√Ėsterreich

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√Ėsterreich
Ostmark (veraltet, 1938-1942)

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√Ės|ter|reich ['√ł:st…ôraiŐģ√ß], -s:
Staat in Mitteleuropa:
das heutige √Ėsterreich; sie ist aus √Ėsterreich.

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√Ės|ter|reich; -s:
Staat im s√ľdlichen Mitteleuropa.

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√Ėsterreich,
 
 
 
Fläche: 83 858 km2
 
Einwohner: (2000) 8,1 Mio. Einwohner
 
 
Amtssprache: Deutsch
 
 
Währung: 1 Euro (EUR, ) = 100 Cent
 
 
amtliche Republik √Ėsterreich, Staat in Mitteleuropa, grenzt im Norden an Deutschland (Bayern; 816 km), die Tschechische Republik (466 km) und die Slowakische Republik (107 km), im Osten an Ungarn (356 km), im S√ľden an Slowenien (330 km) und Italien (430 km) und im Westen an die Schweiz (166 km) und Liechtenstein (35 km); West-Ost-Erstreckung 580 km, gr√∂√üte Nord-S√ľd-Erstreckung 294 km; 83 858 km2, (2000) 8,1 Mio. Einwohner, Hauptstadt ist Wien. Amtssprache ist Deutsch. W√§hrung: 1 Euro (EUR, ) = 100 Cent. Zeitzone: MEZ.
 
 Staat und Recht:
 
 
Die geltende, unter wesentlicher Mitarbeit von H. Kelsen ausgearbeitete Verfassung der Republik √Ėsterreich stammt vom 1. 10. 1920. Sie wurde 1929 grundlegend ge√§ndert, 1934 zugunsten einer st√§ndestaatlichen Verfassung beseitigt und 1945 wieder in Kraft gesetzt. Das Stammgesetz, das Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG), wurde seit 1920 rd. 70-mal ge√§ndert, zuletzt 2000 (Aufnahme des Minderheitenschutzes [Schutz der Volksgruppen] als Staatsziel). Neben dem B-VG und den besonderen Verfassungsgesetzen des Bundes enthalten auch einfache Gesetze und Staatsvertr√§ge Verfassungsbestimmungen. F√ľr die neun √∂sterreichischen Bundesl√§nder enth√§lt das B-VG eingehende Regelungen ihrer Staatsorganisation, denen die Landes-Verfassungen und die neben diesen geltenden speziellen Landesverfassungsgesetze nicht widersprechen d√ľrfen. Gemeinsam sind allen Verfassungsbestimmungen die erschwerten √Ąnderungsbedingungen (Zweidrittelmehrheit) sowie die Verpflichtung zur ausdr√ľcklichen Bezeichnung als Verfassungsgesetz (oder Verfassungsbestimmung). Zur √Ąnderung oder Einschr√§nkung der ¬ĽGrundprinzipien der Verfassung¬ę (Demokratie, republikanische Staatsform, Bundesstaat und Rechtsstaat) ist dar√ľber hinaus eine Volksabstimmung notwendig.
 
√Ėsterreich ist eine parlamentarische Demokratie mit Elementen eines Pr√§sidialsystems. An Einrichtungen der direkten Demokratie sieht das B-VG Volksbegehren, -abstimmung und -befragung vor. Vom Volksbegehren wurde in politisch wichtigen Fragen schon mehrfach, von der Volksabstimmung erst zweimal (√ľber die Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes Zwentendorf, die verneint wurde, 1978, und den Beitritt zur Europ√§ischen Union, dem zugestimmt wurde, 1994) Gebrauch gemacht.
 
Die Verfassung ist vom Grundsatz der Gewaltenteilung getragen: Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung sind getrennten Organen √ľbertragen, die Aufgaben der Gesetzgebung und Verwaltung √ľberdies zwischen Bundes- und Landesorganen aufgeteilt, wobei in der Gesetzgebung dem Bund die meisten und wichtigsten Aufgaben zukommen; entsprechend dem bundesstaatlichen Prinzip ist alles Landessache, was nicht ausdr√ľcklich dem Bund an Aufgaben √ľbertragen wurde. Die Rechtsprechung steht allein dem Bund zu. Zwischen den L√§ndern sowie den L√§ndern und dem Bund sind ¬ĽGliedstaatsvertr√§ge¬ę m√∂glich. Au√üerdem k√∂nnen die L√§nder in Angelegenheiten, die in ihren Wirkungsbereich fallen, Staatsvertr√§ge mit an √Ėsterreich angrenzenden Staaten oder deren Teilstaaten abschlie√üen. √Ėsterreich bekennt sich in Gestalt verfassungsrechtlicher Staatszielbestimmungen zur umfassenden Landesverteidigung, zum umfassenden Umweltschutz, zur Existenz und Vielfalt politischer Parteien, deren Gr√ľndung frei ist, und erkl√§rt Rundfunk (einschlie√ülich Fernsehen) zur √∂ffentlichen Aufgabe.
 
Die Gesetzgebung des Bundes √ľbt der 183-k√∂pfige Nationalrat, der das Bundesvolk repr√§sentiert und von diesem aufgrund des gleichen, unmittelbaren, geheimen und pers√∂nlichen Wahlrechts nach den Grunds√§tzen der Verh√§ltniswahl gew√§hlt wird, gemeinsam mit dem Bundesrat, der von den Landtagen der L√§nder beschickten L√§nderkammer, aus. Da der zurzeit 64 Mitglieder z√§hlende Bundesrat Gesetzesbeschl√ľsse des Nationalrates durch seinen Einspruch nur verz√∂gern, nicht verhindern kann (der Nationalrat kann einen Beharrungsbeschluss fassen, soweit nicht die Zust√§ndigkeit der L√§nder eingeschr√§nkt wird), ist seine politische Bedeutung eher schwach. Aufgabe des Bundespr√§sidenten ist die Beurkundung des verfassungsm√§√üigen Zustandekommens der Bundesgesetze; der Bundeskanzler verk√ľndet diese im Bundesgesetzblatt. Neben der Bundesgesetzgebung obliegt dem Nationalrat die politische Kontrolle der Bundesverwaltung (Misstrauensvotum, Untersuchungsausschuss, Fragerecht). Nationalrat und Bundesrat bilden gemeinsam die Bundesversammlung. Sie hat im Wesentlichen zeremonielle Aufgaben, v. a. steht ihr die feierliche Amtseinf√ľhrung des Bundespr√§sidenten zu. Die Gesetzgebung ist ebenso wie die Vollziehung an die Grundrechte gebunden. Diese sind au√üerhalb des B-VG im Staatsgrundgesetz √ľber die allgemeinen Rechte der Staatsb√ľrger von 1867, in der Europ√§ischen Menschenrechtskonvention (beide haben Verfassungsrang) und in mehreren Verfassungsbestimmungen verankert.
 
Die Verwaltung (Exekutive) des Bundes obliegt dem Bundespr√§sidenten, der von ihm ernannten Bundesregierung als Kollegium sowie ihren einzelnen Mitgliedern, also dem Bundeskanzler, dem Vizekanzler und den Bundesministern. Der Bundespr√§sident hat als Staatsoberhaupt protokollarischen Vorrang, der Bundeskanzler als Vorsitzender der Bundesregierung, auf dessen Vorschlag die √ľbrigen Minister zu bestellen sind, v. a. politisches Gewicht. Der Bundespr√§sident wird in allgemeiner Wahl vom Bundesvolk auf sechs Jahre gew√§hlt. Die Bundesregierung besteht laut Bundesministeriengesetz 1986 in der Fassung von 1994 und zwei Entschlie√üungen des Bundespr√§sidenten neben dem Bundeskanzler aus 16 Bundesministern.
 
 
Als ¬ĽGarantien der Verfassung und Verwaltung¬ę sind unabh√§ngige Verwaltungssenate (ab 1991) sowie ein Verwaltungs- und ein Verfassungsgerichtshof, beide mit Sitz in Wien, berufen. Der Verfassungsgerichtshof besteht aus dem Pr√§sidenten, dem Vizepr√§sidenten und zw√∂lf weiteren Mitgliedern (sowie sechs Ersatzmitgliedern), die vom Bundespr√§sidenten auf Vorschlag der Bundesregierung, des Nationalrates und des Bundesrates unbefristet (bis zum 70. Lebensjahr) ernannt werden. Der Verfassungsgerichtshof √ľberpr√ľft die Rechtm√§√üigkeit der Gesetze, Verordnungen und Staatsvertr√§ge. Er entscheidet √ľber Zust√§ndigkeitskonflikte zwischen staatlichen Organen, ist Wahlgerichtshof, Staatsgerichtshof (Ministeranklage) und H√ľter der verfassungsgesetzlich gew√§hrleisteten Rechte. Der Verwaltungsgerichtshof entscheidet √ľber Beschwerden gegen Verwaltungsakte und gegen beh√∂rdliche Unt√§tigkeit (S√§umnis). Er besteht aus dem Pr√§sidenten, dem Vizepr√§sidenten und derzeit 56 weiteren Mitgliedern, die vom Bundespr√§sidenten auf Vorschlag der Bundesregierung unbefristet (bis zum 65. Lebensjahr) ernannt werden und in Senaten entscheiden. Als oberste Instanz in Zivil- und Strafrechtssachen ist der Oberste Gerichtshof mit Sitz in Wien t√§tig.
 
Völkerrechtlicher Bezug:
 
√Ėsterreich hat in zeitlichem Zusammenhang mit dem Staatsvertrag von Wien (1955) freiwillig seine immer w√§hrende Neutralit√§t durch Bundesverfassungsgesetz vom 26. 10. 1955 erkl√§rt (Art. 9 a). Diese Neutralit√§t hindert √Ėsterreich nicht, Mitglied bei internationalen Organisationen zu sein, Staatsvertr√§gen beizutreten und besondere Wirtschaftsbeziehungen herzustellen. √Ėsterreich trat daher auch mit Wirkung vom 1. 1. 1995 der EU bei und verpflichtete sich verfassungsrechtlich, an der Gemeinsamen Au√üen- und Sicherheitspolitik mitzuwirken und dabei auch Ma√ünahmen zu ergreifen, denen zufolge die Wirtschaftsbeziehungen zu dritten Staaten ausgesetzt werden.
 
Parteien:
 
Im Rahmen des parlamentarisch-demokratischen Systems ringen v. a. die Sozialdemokratische Partei √Ėsterreichs (SP√Ė, bis 1991 Sozialistische Partei √Ėsterreichs, gegr√ľndet 1889), die √Ėsterreichische Volkspartei (√ĖVP, gegr√ľndet 1945) und ¬ĽDie Freiheitlichen¬ę (gegr√ľndet 1955/56, bis 1995 Freiheitliche Partei √Ėsterreichs, FP√Ė) um die F√ľhrung des Landes. Dar√ľber hinaus spielen Die Gr√ľnen (gegr√ľndet 1986 als Die Gr√ľne Alternative) und das Liberale Forum (LIF, gegr√ľndet 1993) eine Rolle. Die Kommunistische Partei √Ėsterreichs (KP√Ė, gegr√ľndet 1918) verlor ihre Bedeutung in der Zweiten Republik.
 
 
Erste dauerhafte Gewerkschaften entstanden nach 1870 aus Bildungs- und Unterst√ľtzungsvereinen, d. h. nach Erlass des Staatsgrundgesetzes (1867), das allen B√ľrgern Versammlungs- und Vereinsfreiheit gew√§hrte, sowie des Koalitionsgesetzes von 1870, das Streiks und die Unterst√ľtzung von Streikenden erlaubte. Gr√∂√üere Bedeutung erlangten die Gewerkschaften erst 1893 mit Gr√ľndung der ¬ĽProvisorischen Kommission der Gewerkschaften √Ėsterreichs¬ę, der ersten sozialdemokratisch orientierten Dachorganisation der Gewerkschaften. Kennzeichen der √∂sterreichischen Gewerkschaftsbewegung im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts ist ihre Zersplitterung in Richtungsgewerkschaften. Neben dem dominierenden sozialdemokratisch-sozialistischen Bund der freien Gewerkschaften √Ėsterreichs, der (1929) 48 Mitgliedsorganisationen mit rd. 737 000 Mitgliedern umfasste, waren die christlichen (katholischen) Gewerkschaften bedeutsam, die seit 1906 in der ¬ĽZentralkommission der christlichen Gewerkschaften √Ėsterreichs¬ę zusammengeschlossen waren und (1929) 22 Mitgliedsorganisationen mit rd. 108 000 Mitgliedern besa√üen. Daneben existierten Angestelltenverb√§nde, v√∂lkische und wirtschaftsfriedliche Organisationen. Nach der Aufl√∂sung der freien Gewerkschaften 1934 durch das autorit√§r-st√§ndestaatliche Regime von E. Dollfu√ü wurde 1934 die ¬ĽEinheitsgewerkschaft¬ę unter F√ľhrung christlicher Gewerkschafter gebildet, die aber ihrerseits 1938 durch die Deutsche Arbeitsfront (DAF) abgel√∂st wurde. Die nach 1938 gleicherma√üen verfolgten freien und christlichen Gewerkschafter, die sich in der Zwischenkriegszeit noch heftig bek√§mpft hatten, bildeten zusammen mit kommunistischen Gewerkschaftsfunktion√§ren im April 1945 den √Ėsterreichischen Gewerkschaftsbund (√ĖGB).
 
Alle Tarifvertragsabschl√ľsse unterliegen der Kontrolle der Parit√§tischen Kommission f√ľr L√∂hne und Preise (kurz: Parit√§tische Kommission, gegr√ľndet 1957), die als wesentliche Institution im Rahmen der Wirtschafts- und Sozialpartnerschaft in √Ėsterreich von Vertretern des √ĖGB und der Bundesarbeitskammer (BAK) einerseits und der Wirtschaftskammer √Ėsterreich und der Pr√§sidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern andererseits mit der beiderseits gleichen Anzahl von Vertretern besetzt ist. Die Zusammenarbeit von Arbeitgeberorganisationen und √ĖGB mit Regierungsmitgliedern (Letztere ohne Stimmrecht) in der Parit√§tischen Kommission, der hohe gewerkschaftliche Organisationsgrad und die enge personelle Verflechtung und programmatische Affinit√§t zwischen der sozialistischen Fraktion im √ĖGB und der SP√Ė sowie auch zwischen der christlichen Gewerkschaftsfraktion und der √ĖVP geben dem √ĖGB zahlreiche Einflussm√∂glichkeiten auf die Wirtschafts- und Sozialpolitik und andere Bereiche der Politik. Die Einbindung des √ĖGB in die Parit√§tische Kommission und andere korporatistische Institutionen, deren Hauptziel die Sicherung von Wirtschaftswachstum und Vollbesch√§ftigung ist, f√ľhrten seitens des √ĖGB zu lohnpolitischer Selbstbeschr√§nkung und weitgehendem Verzicht auf Streiks.
 
 
Das Wappen (von 1919; 1945 leicht modifiziert wieder eingef√ľhrt) besteht aus einem frei schwebenden, eink√∂pfigen, schwarzen, goldbewehrten und rotbezungten Adler, dessen Brust mit einem roten, von einem silbernen Querbalken durchzogenen Schild belegt ist (rotwei√ürotes ¬ĽBindenschild¬ę). Auf dem Haupt tr√§gt er eine goldene Mauerkrone mit drei sichtbaren Zinnen, im rechten Fang eine Sichel mit einw√§rts gekehrter Schneide, im linken Fang einen Hammer. Zur Erinnerung an die Wiedererlangung der Unabh√§ngigkeit wurde das Wappen 1945 um eine die F√§nge des Adlers umschlie√üende, gesprengte Eisenkette erg√§nzt.
 
Nationalfeiertage:
 
Nationalfeiertag ist der 26. 10., der an den 1955 getroffenen Beschluss des Nationalrates √ľber die ¬Ľimmer w√§hrende Neutralit√§t √Ėsterreichs¬ę erinnert.
 
 
√Ėsterreich besteht aus neun Bundesl√§ndern. Die Verwaltung des Bundes in den L√§ndern √ľben unter Leitung der Bundesminister in der Regel die Landeshauptm√§nner und die ihnen unterstellten Beh√∂rden aus (¬Ľmittelbare Bundesverwaltung¬ę). Bestimmte (sensible) Bereiche obliegen in allen Instanzen (¬Ľunmittelbar¬ę) den Bundesbeh√∂rden (z. B. Sicherheits- und Finanzverwaltung). An der Spitze der Landesverwaltung stehen die Landesregierung (Landeshauptmann, Landesr√§te) als Kollegium und die Landesr√§te als Einzelorgane. Sie werden nach den politischen Kr√§fteverh√§ltnissen vom Landtag gew√§hlt, dem sie verantwortlich sind. Den Gemeinden, die sich zur L√∂sung bestimmter Fragen zu Gemeindeverb√§nden zusammenschlie√üen k√∂nnen, sind als Selbstverwaltungstr√§gern unter Aufsicht des Staates selbstst√§ndig wahrzunehmende Aufgaben als eigener Wirkungsbereich verfassungsrechtlich garantiert (Art. 118 B-VG). Daneben genie√üen besonders die Berufsvertretungen (Kammern), die Sozialversicherungstr√§ger und die Universit√§ten eine begrenzte Autonomie.
 
Die gesamte staatliche Verwaltung darf nur aufgrund der Gesetze (Art. 18 B-VG) ausge√ľbt werden und wird in politischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht kontrolliert. Zur Pr√ľfung ihrer Wirtschaftlichkeit bestehen der Rechnungshof und die Landeskontroll√§mter. Zur Pr√ľfung von Beschwerden √ľber Missst√§nde in der Bundesverwaltung wurde die Volksanwaltsschaft, die sich aus jeweils drei vom Nationalrat gew√§hlten Volksanw√§lten zusammensetzt, errichtet.
 
 
Hauptquelle des Zivilrechts ist das Allgemeine B√ľrgerliche Gesetzbuch (ABGB) von 1811. √Ąnderungen des hier verankerten b√ľrgerlichen Rechts erfolgen durch Sondergesetze, so das Mietrechtsgesetz von 1981 und die Regelung des Wohnungseigentums per Gesetz von 1975. Auch das Haftpflichtrecht ist teilweise in Sondergesetzen geregelt (Amtshaftungsgesetz 1949, Dienstnehmerhaftpflichtgesetz 1965, Eisenbahn- und Kraftfahrzeughaftpflichtgesetz 1959, Produkthaftungsgesetz 1988). Sondergesetze im Bereich des Arbeitsrechts schr√§nken den im ABGB verankerten Dienstvertrag weitgehend ein. Einschneidende Neuerungen hat das Konsumentenschutzgesetz von 1979 gebracht, mit dem Bestimmungen zum Schutz der Verbraucher getroffen wurden. Arbeitsrecht, Handelsrecht, privates Wirtschaftsrecht und zivile Verfahrensgesetze sind dem Zivilrecht beigeordnet.
 
Das Strafrecht wurde im StGB von 1974 neu geregelt. Das Strafverfahrensrecht ist in der StPO von 1975 und im Strafvollzugsgesetz von 1969 enthalten. Sonderbestimmungen √ľber die Rechtspflege bei Jugendstraftaten enth√§lt das Jugendgerichtsgesetz von 1988.
 
Das Verwaltungsrecht umfasst sehr viele spezielle Gesetze zur Regelung der einzelnen Materien. Das Verfahren ist in den Verwaltungsverfahrensgesetzen (Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz 1991, Bundesabgabenordnung 1961), das Verwaltungsstrafverfahren im Verwaltungsstrafgesetz von 1991 geregelt.
 
Zum Gerichtsaufbau Gericht.
 
 
Seit Anfang 1993 wurde das Bundesheer durch Verkleinerung und Modernisierung den neuen sicherheitspolitischen Erfordernissen angepasst und gleichzeitig ein neues Einsatzkonzept geschaffen. Die Priorit√§t liegt nun nicht mehr in der statischen Raumverteidigung, sondern in der grenznahen Sicherung und Verteidigung. Ende 1995 war die neue Heeresgliederung vollzogen. Da lokale Konflikte in unmittelbarer N√§he jederzeit ausbrechen k√∂nnen, bilden den Kern des Heeres die ¬ĽPr√§senzkr√§fte¬ę (etwa 10 000 Mann) und die aktiven Milizkr√§fte (rd. 5 000 Mann; auch als ¬ĽGrenzschutzverb√§nde¬ę bezeichnet); sie sind die Basis f√ľr die Ausbildung der j√§hrlich etwa 34 000 Wehrpflichtigen. Bei milit√§rischen Angriffen, die direkt gegen √Ėsterreich gerichtet sind, ist eine Erweiterung auf etwa 120 000 Mann der ¬ĽEinsatzorganisation¬ę m√∂glich.
 
Die Wehrpflichtigen leisten in der Regel einen sechsmonatigen Grundwehrdienst, an den sich ein Bereitschaftsmonat und 30 Tage Wehr√ľbungen anschlie√üen. Der ordentliche Pr√§senzdienst von acht Monaten kann in bestimmten Truppenteilen auch auf einmal abgeleistet werden. Die Ausbildung zum Berufs- oder Milizoffizier (Bedingung: Abschluss der Reifepr√ľfung) erfolgt zun√§chst als Einj√§hrig-Freiwilliger und anschlie√üend an der ¬ĽTheresianischen Milit√§rakademie¬ę in Wiener Neustadt beziehungsweise durch Kurse im Rahmen der Milizausbildung. Nach Ableistung des Grundwehrdienstes ist auch die Laufbahn einer ¬ĽMilit√§rperson auf Zeit¬ę f√ľr die Dauer von maximal neun Jahren m√∂glich. - Die F√ľhrungsstruktur umfasst unterhalb des Ministeriums f√ľr Landesverteidigung drei Heereskorpskommanden (in Graz, Salzburg und Baden) und die Fliegerdivision. Der Divisionsebene entsprechen neun Milit√§rkommanden, die deckungsgleich mit den Bundesl√§ndern sind. Die Milit√§rkommanden f√ľhren die drei pr√§senten Panzergrenadierbrigaden sowie 12 J√§ger- und vier Stabsregimenter. In diesen Regimentern, die in der Einsatzorganisation zu 12 J√§gerbrigaden aufwachsen, wird der Gro√üteil der Wehrpflichtigen ausgebildet. Versorgungs- und Kampfunterst√ľtzungstruppen (v. a. Artillerie und Pioniere) sind auf Korpsebene angesiedelt. Die Fliegerdivision umfasst je drei Flieger- und Fliegerabwehrregimenter sowie zur Luftraum√ľberwachung das ¬Ľ√úberwachungsgeschwader¬ę.
 
Die Ausr√ľstung - zu der auch Flugabwehr- und Panzerabwehrraketen geh√∂ren - umfasst im Wesentlichen rd. 170 Kampfpanzer, 460 Sch√ľtzenpanzer und 24 Kampfflugzeuge. - Etwa 3 % der Staatsausgaben werden f√ľr die Verteidigung verwendet. Das Land unterzeichnete 1995 die ¬ĽPartnerschaft f√ľr den Frieden¬ę der NATO.
 
 Landesnatur und Bevölkerung:
 
 
√Ėsterreich ist √ľberwiegend ein Gebirgsland, zwei Drittel des Landes, der gesamte Westen, das Zentrum und der zentrale S√ľden, werden von den Ostalpen eingenommen. Die wichtigsten Siedlungs- und Wirtschaftsr√§ume sind jedoch die Flach- und H√ľgell√§nder (Alpen- und Karpatenvorland, Wiener Becken, randliches Becken der Pannonischen Tiefebene).
 
Die Ostalpen gliedern sich in drei Hauptz√ľge (N√∂rdliche Kalkalpen, Zentralalpen, S√ľdliche Kalkalpen), die nach Osten auff√§chern und dabei merklich an H√∂he verlieren; sie werden von zwei L√§ngstalzonen voneinander getrennt: Die n√∂rdliche wird von Teilen des Inn-, Salzach- und Ennstales gebildet, die s√ľdliche von Drautal und Klagenfurter Becken. In den Zentralalpen, deren h√∂chste Teile die Hohen Tauern bilden, liegt der Gro√üglockner, mit 3 798 m √ľber dem Meeresspiegel die h√∂chste Erhebung des Landes. Von den S√ľdlichen Kalkalpen liegen nur die Gailtaler Alpen sowie die n√∂rdlichen Teile der Karnischen Alpen und der Karawanken auf √∂sterreichischem Gebiet. Im Nordwesten (M√ľhlviertel, Waldviertel) hat √Ėsterreich Anteil am Granit- und Gneishochland des B√∂hmischen Massivs, das im Sauwald, im K√ľrnberger Wald, in der Neustadtler Platte und im Dunkelsteiner Wald sich auch noch jenseits der Donau fortsetzt, weshalb der Fluss hier Engtalstrecken ausbildete. Zwischen Alpen und Granit- sowie Gneishochland erstreckt sich die H√ľgel- und Terrassenlandschaft des Alpen- (s√ľdlich der Donau) und Karpatenvorlandes (Innviertel, Weinviertel). Im Bisamberg n√∂rdlich von Wien greifen die Voralpen noch √ľber den Strom hinaus, auch die das Weinviertel durchziehenden Inselgebirge geh√∂ren der alpinen Faltung an. Den √§u√üersten Osten des Landes bilden das Wiener Becken, ein Einbruchsbecken zwischen Alpen und Karpaten, das durch die Donau in das eigentliche Wiener Becken (im S√ľd) und das Marchfeld getrennt wird, und Randbecken des Pannonischen Tieflandes, n√§mlich die Grazer Bucht und die Buchten von Oberpullendorf und Neusiedl, deren Sedimente ein flachwelliges H√ľgel- und Terrassenland aufbauen. Der Neusiedler See bildet mit 115 m √ľber dem Meeresspiegel den tiefstgelegenen Teil des Landes.
 
Hydrographisch geh√∂ren 96 % des Staatsgebietes zum Einzugsbereich der Donau, die √Ėsterreich im Nordosten von Westen nach Osten durchflie√üt (f√ľr 350 km); wichtige Nebenfl√ľsse von rechts sind Lech und Inn mit Salzach (M√ľndung in Deutschland beziehungsweise als Grenzfl√ľsse), Traun, Enns, Ybbs und Traisen sowie (mit M√ľndungen au√üerhalb √Ėsterreichs) Leitha, Raab (mit Lafnitz und Pinka) und, im S√ľden des Landes, die nach Osten flie√üende Drau (mit M√∂ll, Gail, Gurk und Mur). Von links kommen meist kleinere Fl√ľsse, v. a. Krems, Kamp und March (mit der Thaya). Vorarlberg geh√∂rt √ľberwiegend zum Einzugsbereich des Rheins, v. a. dem der Ill, randliche Teile des M√ľhl- und Waldviertels zu dem der Elbe, haupts√§chlich zu dem des Moldaunebenflusses Lainsitz. Neben zahlreichen alpinen Karseen (und k√ľnstlichen Stauseen) besitzt √Ėsterreich zwei Seenlandschaften mit gr√∂√üeren eiszeitlich entstandenen Zungenbeckenseen, das Salzkammergut (v. a. Atter-, Mond-, Traun- und Wolfgangsee) und das Gebiet der K√§rntner Seen (mit Millst√§tter, Ossiacher und W√∂rther See sowie Wei√üensee), au√üerdem hat √Ėsterreich Anteil am Neusiedler See im Osten (220 km2 auf √∂sterreichischem Gebiet, gr√∂√üte Seefl√§che des Landes) sowie einen recht kleinen am Bodensee im Westen.
 
 
√Ėsterreich liegt im √úbergangsbereich vom ozeanischen zum kontinentalen Klima, wobei sich der ozeanische Einfluss v. a. in den hohen Niederschl√§gen der westlichen und n√∂rdlichen Alpenketten bemerkbar macht (im Bregenzer Wald und Salzkammergut √∂rtlich 2 000-3 000 mm j√§hrlich), w√§hrend die nord√∂stlichen Landesteile recht trocken sind (Wiener Becken 500-600 mm j√§hrlich); auch das s√ľdliche K√§rnten ist - f√∂hnbedingt - relativ trocken. Die Niederschl√§ge fallen im Winter als Schnee, in H√∂henlagen bis 1 200 m √ľber dem Meeresspiegel haupts√§chlich im Januar, in h√∂heren Lagen fallen die gr√∂√üten Schneemengen sp√§ter (√ľber 1 700 m √ľber dem Meeresspiegel im April und Mai). Die gr√∂√üere Kontinentalit√§t des Ostens ist an leicht h√∂heren Juli- und tieferen Januarmitteln der Temperatur zu erkennen. Teile der Zentralalpen westlich vom Katschberg sind vergletschert (Silvrettagruppe, √Ėtztaler, Zillertaler und Stubaier Alpen, Hohe Tauern), in den N√∂rdlichen Kalkalpen weisen nur Hochk√∂nig und Dachstein kleine Gletscher auf.
 
 
Auffallend ist der gro√üe Waldbestand, rd. 3,5 Mio. ha, was knapp 42 % der Landesfl√§che ausmacht. Am dichtesten bewaldet sind die H√§nge der N√∂rdlichen Kalkalpen und die vorgelagerten Flyschzonen sowie die Mittelgebirge K√§rntens und der Steiermark. Die H√∂henlagen √ľber 900 m √ľber dem Meeresspiegel werden haupts√§chlich von der Fichte eingenommen. Andere wichtige Baumarten sind L√§rche, Buche und Eiche. Im Steinfeld wachsen Schwarzf√∂hren; im n√∂rdlichen Staatsgebiet kommen Buchen-Tannen-Fichten-Mischw√§lder vor. √úber den alpinen Nadelh√∂lzern hat sich in den h√∂chsten Gebirgsteilen bis rd. 3 300 m √ľber dem Meeresspiegel hochalpine Vegetation mit Grasheiden und Polsterpflanzen angesiedelt. Am s√ľd√∂stlichen Gebirgsrand trifft man noch Ausl√§ufer der illyrischen Vegetationsprovinz mit Hopfenbuchen, Eschen und Edelkastanien an.
 
 
Die Einwohnerzahl √Ėsterreichs (nach heutigem Gebietsstand) stieg von 1,8 Mio. im Jahre 1600 √ľber 3 Mio. (1800), 6 Mio. (1900), 7 Mio. (1960) auf 8,1 Mio. im Jahre 2000. Die derzeitige Bev√∂lkerungsentwicklung ist insgesamt positiv; der Bev√∂lkerungszuwachs 1981-96 betrug 6,6 %; das durchschnittliche j√§hrliche Bev√∂lkerungswachstum (1990-99) 0,5 %. In den einzelnen Bundesl√§ndern ist die Entwicklung unterschiedlich. W√§hrend die Steiermark und das Burgenland zwischen 1981 und 1996 mit 1,8 % beziehungsweise 1,9 % nur geringe Zunahmen zu verzeichnen hatten, konnten die westlichen Bundesl√§nder einen gro√üen Bev√∂lkerungszuwachs registrieren (Salzburg 14,9 %, Vorarlberg 12,7 %, Tirol 12,5 %), worin sich v. a. die schon lange andauernde von Osten nach Westen gerichtete Binnenwanderung spiegelt. Die daraus folgende Bev√∂lkerungsverdichtung f√ľhrt in vielen Gebieten zu einer Zersiedelung des Naturraumes (die Bev√∂lkerungsdichte stieg in den letzten 25 Jahren in Tirol um 21 %, in Vorarlberg um 24 %, in Salzburg um 26 %). Mit einer Bev√∂lkerungsdichte von (1999) 96 Einwohnern/km2 geh√∂rt √Ėsterreich (innerhalb Europas) zu den weniger dicht besiedelten L√§ndern, was mit der Gebirgsnatur des Landes zusammenh√§ngt (Tirol: 52 Einwohner/km2), aber auch mit der (bisherigen) wirtschaftlichen und politischen Randlage vieler Gebiete.
 
Eine weitere Wanderungstendenz ist die von den h√∂her gelegenen Siedlungsgebieten in die T√§ler und Flachl√§nder (Bergbauernproblem). Ann√§hernd 60 % der Fl√§che der Alpen sind so gut wie unbesiedelt; unterhalb von 500 m √ľber dem Meeresspiegel leben √ľber 70 % der Bev√∂lkerung. In den 39 Stadtregionen (√ľber 15 000 Einwohner mit einem Kernraum von mindestens 10 000 Einwohnern) lebten 1991 (letzte Volksz√§hlung) zwei Drittel (68,8 %) der Bev√∂lkerung, in den Kernr√§umen allein 51,4 %. Knapp 20 % aller Einwohner lebten 1995 in Wien, weitere 11,3 % in den acht Landeshauptst√§dten. Der Anteil der st√§dtischen Bev√∂lkerung insgesamt betr√§gt (1998) 65 %.
 
Die l√§ndlichen Siedlungen zeigen, in Abh√§ngigkeit von der Umgebung und der geschichtlichen Entwicklung, regional recht unterschiedliche Formen. Im Gebirge √ľberwiegt die Streusiedlung mit Einzelh√∂fen neben Weilern und Haufend√∂rfern (oft mit Almbesitz), in den tiefer gelegenen Landesteilen, besonders im Norden und Osten, vom Waldviertel bis in die Mittelsteiermark, sind planm√§√üig angelegte Stra√üen-, Anger- und Waldhufend√∂rfer weit verbreitet. Ebenso vielf√§ltig sind die Formen der b√§uerlichen H√§user und H√∂fe, die aber zunehmend modernisiert werden.
 
Die St√§dte sind auf der Grundlage verschiedener Standortvorteile, besonders wegen g√ľnstiger Verkehrslage (z. B. am Fu√ü von Passstra√üen und an Fluss√ľberg√§ngen), erwachsen; zum Teil gr√ľndeten sie sich auf Bergbau. Sie wuchsen meist erst durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz und die Errichtung moderner Industrien, einige durch die √úbernahme von Verwaltungs- und anderen zentralen Funktionen.
 
 
Rd. 98 % der √Ėsterreicher sind deutschsprachig, Angeh√∂rige von Minderheiten vielfach doppelsprachig. Von den √∂sterreichischen Staatsb√ľrgern sprechen rd. 30 000 Kroatisch und jeweils knapp 20 000 Slowenisch und Ungarisch als Umgangssprache. Kroatische und ungarische Minderheiten konzentrieren sich auf das Burgenland, slowenische Minderheiten auf K√§rnten und die Steiermark. Den Slowenen wird wie den Kroaten Gleichberechtigung zugestanden (u. a. Anerkennung der slowenischen Sprache als Amtssprache).
 
 
Durch Art. 14 des Staatsgrundgesetzes von 1867 ist Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit gew√§hrleistet. Das Verfassungsrecht verleiht dem Staat das Recht, Kirchen und Religionsgesellschaften offiziell anzuerkennen und gew√§hrt den gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften parit√§tisch religi√∂se Korporationsrechte (√∂ffentliche Religionsaus√ľbung; Autonomie in den inneren Angelegenheiten). Grundlagen ihrer Rechtsbeziehungen mit dem Staat bilden das Konkordat von 1933 und die es erg√§nzenden Vertr√§ge f√ľr die katholische Kirche sowie verschiedenen Konfessionengesetze (Israelitengesetz [1890], Protestantengesetz [1961], Orthodoxengesetz [1967]). Der Islam wurde 1979 als Religionsgesellschaft anerkannt. - Rd. 80 % der Bev√∂lkerung sind Christen: rd. 74 % geh√∂ren der katholischen Kirche an, knapp 5 % protestantischen Kirchen, rd. 0,9 % orthodoxen und orientalischen Ostkirchen. Die ¬ĽAlt-katholische Kirche in √Ėsterreich¬ę hat rd. 18 000 Mitglieder. Rd. 2 % der Bev√∂lkerung sind Muslime. Die j√ľdischen Gemeinden z√§hlen rd. 8 000 Mitglieder (1937: rd. 200 000). - Die katholische Kirche umfasst zwei Erzbist√ľmer (Wien, Salzburg) mit sieben Suffraganbist√ľmern (katholische Kirche, √úbersicht). Auf protestantischer Seite bestehen neben der Evangelischen Kirche Augsburgischen und Helvetischen Bekenntnisses in √Ėsterreich je eine kleine methodistische und neuapostolische Kirche sowie einige baptistische und mennonitische Gemeinden. ¬ĽIsraelitische Kultusgemeinden¬ę bestehen in Wien (mit rd. 6 500 Mitgliedern die gr√∂√üte j√ľdische Gemeinde), Linz, Salzburg, Innsbruck und Graz.
 
 
Gesetzgebung und Vollziehung im Bildungswesen sind zwischen Bund und L√§ndern in unterschiedlichem Ausma√ü geteilt. Bei Universit√§ten und Kunsthochschulen ist allein der Bund f√ľr die Gesetzgebung und Vollziehung zust√§ndig, wobei jedoch beide Einrichtungen √ľber eine verfassungsrechtlich abgesicherte, die Freiheit von Lehre und Forschung garantierende Autonomie verf√ľgen. Gleichfalls Bundessache sind die Belange der Fachhochschulen. Sie besitzen eine den Universit√§ten und Kunsthochschulen nachgebildete Autonomie.
 
Ein deutliches √úbergewicht hat der Bund auch bei der Schulgesetzgebung. Abgesehen von der Regelung des Kindergartenwesens sowie bestimmter land- und forstwirtschaftlicher Schulen sind die L√§nder im Wesentlichen nur befugt, f√ľr Pflichtschulen landesbezogene Ausf√ľhrungsgesetze zu erlassen. Eine st√§rkere Stellung nehmen die L√§nder hingegen bei der Schulverwaltung ein. Sie √ľben die ihnen √ľbertragenen Aufgaben innerhalb der allgemeinen Landesverwaltung aus. Zwar verf√ľgt der Bund mit den Bezirks- und Landesschulr√§ten √ľber eigene Schulbeh√∂rden, diese stehen jedoch unter einem ausgepr√§gten, von der Verfassung abgesicherten L√§ndereinfluss.
 
Das Schulwesen selbst gliedert sich in allgemein bildende Pflichtschulen (Volks-, Haupt-, Sonder-, polytechnische Schule), allgemein bildende h√∂here Schulen (Gymnasium, Real-, wirtschaftskundliches Real-, Oberstufenrealgymnasium), berufsbildende Pflichtschulen (Berufsschule), berufsbildende mittlere und h√∂here Schulen (verschiedene Schulen technischer, kunstgewerblicher, kaufm√§nnischer sowie sozialberuflicher Ausrichtung), Anstalten der Lehrer- und Erzieherbildung (Bildungsanstalt f√ľr Kindergartenp√§dagogik, Bildungsanstalt f√ľr Sozialp√§dagogik) sowie Akademien (berufsp√§dagogische Akademie, p√§dagogische Akademie, Akademie f√ľr Sozialarbeit). - Der Besuch √∂ffentlicher Schulen ist unentgeltlich, an den Kosten f√ľr Schulb√ľcher und die Fahrt zur Schule beteiligen sich die Eltern mit 10 %. Es gilt das Prinzip der Koedukation. Kinder ab sechstem Lebensjahr erhalten einen vierj√§hrigen Volksschulunterricht; ist das aufgrund einer psychischen oder physischen Behinderung nicht m√∂glich, kann die allgemeine Schulpflicht entweder in einer Sonderschule oder in einer f√ľr die Integration behinderter Kinder eingerichteten Volks- beziehungsweise Hauptschule erf√ľllt werden. Die einj√§hrige, zur Volksschule geh√∂rende Vorschule f√∂rdert schulpflichtige, jedoch noch nicht schulreife Kinder. An die Volksschule schlie√üt sich die Hauptschule oder die allgemein bildende h√∂here Schule an. Auch nach dem Durchlaufen der Hauptschule gibt es mit dem Oberstufenrealgymnasium eine M√∂glichkeit, den Bildungsweg in einer allgemein bildenden h√∂heren Schule fortzusetzen. Die Alternative dazu stellen berufsbildende mittlere oder h√∂here Schulen beziehungsweise Anstalten der Lehrer- und Erzieherbildung dar. Berufsbildende h√∂here Schulen und Anstalten der Lehrer- und Erzieherbildung schlie√üen - wie allgemein bildende h√∂here Schulen - mit der Reifepr√ľfung ab. Hauptsch√ľler, die keine weiterf√ľhrende Schule besuchen, absolvieren das neunte Jahr der Schulpflicht in der polytechnischen Schule. Ihr schlie√üt sich meist die berufliche Fachausbildung im Rahmen einer Lehre an. Die praktische Ausbildung erfolgt dabei im Betrieb, die Vermittlung grundlegender theoretischer Kenntnisse durch einen begleitenden facheinschl√§gigen Berufsschulunterricht.
 
Der Universit√§tsbereich umfasst 18 Universit√§ten und Kunsthochschulen, unter denen sich drei Musikhochschulen befinden. Seit 1994 gibt es dar√ľber hinaus ein Universit√§tszentrum f√ľr Weiterbildung. Alle Universit√§ten und Kunsthochschulen sind staatliche Einrichtungen mit weitgehend autonomer Selbstverwaltung, sie werden zu circa 98 % aus Budgetmitteln des Bundes erhalten. Die Zulassung zu einem Universit√§tsstudium steht allen, die eine h√∂here Schule mit Reifezeugnis abgeschlossen haben, ohne weitere Aufnahmebeschr√§nkungen offen. Kunsthochschulen nehmen hingegen nur Studierende auf, die im Rahmen einer Aufnahmepr√ľfung ihre k√ľnstlerische Eignung nachgewiesen haben. F√ľr Diplomstudien und Doktoratsstudien an Universit√§ten und Kunsthochschulen werden von den Studierenden keine Studiengeb√ľhren erhoben; Universit√§tslehrg√§nge f√ľr (postgraduale) Weiterbildung sind geb√ľhrenpflichtig. Die Fachhochschulen bieten eine wissenschaftlich fundierte Berufsausbildung durch Studieng√§nge auf Hochschulniveau an. Ihre Praxisbezogenheit unterscheidet sie von der mehr theoretischen Ausrichtung der Universit√§ten. Berufsp√§dagogische und p√§dagogische Akademien sind eigene Institutionen und dienen der Ausbildung von Berufs- beziehungsweise Pflichtschullehrern.
 
Die Forschung wird vom Bund und den L√§ndern sowie der Wirtschaft gef√∂rdert. Das gemeinsame Organ des 1967 gegr√ľndeten Fonds zur F√∂rderung der wissenschaftlichen Forschung und des Forschungsfonds der gewerblichen Wirtschaft ist der √Ėsterreichische Forschungsrat.
 
 
Presse: Der Bestand an Tageszeitungen ist seit Mitte der 1980er-Jahre infolge massiver Pressekonzentration stark zur√ľckgegangen. Die √∂sterreichische Presselandschaft wird von den beiden gro√üen Wiener Boulevardbl√§ttern ¬ĽNeue Kronen-Zeitung¬ę (Auflage 1,17 Mio. Exemplare) und ¬ĽKurier¬ę (325 400) bestimmt, von denen Erstere allein √ľber eine Reichweite von 43,1 % verf√ľgt. Beide Zeitungen sind zur H√§lfte (Kronenzeitung 50 %, Kurier 49,5 %) im Besitz der WAZ-Gruppe, Essen, und geh√∂ren der Vertriebsgruppe Mediaprint an. Weitere wichtige √ľberregionale Zeitungen sind ¬ĽDer Standard¬ę (Auflage etwa 62 000; Beteiligung der S√ľddeutschen Verlagsgruppe 49 %), ¬ĽDie Presse¬ę (79 400; Styria Medien AG), die ¬ĽSalzburger Nachrichten¬ę (74 400), das ¬ĽWirtschaftsBlatt¬ę (29 300; schwedische Verlagsgruppe Bonnier 50 %) und die staatliche ¬ĽWiener Zeitung¬ę (gegr√ľndet 1703, √§lteste noch bestehende Zeitung der Welt; Auflage 11 800). Die 1992 vom ehemaligen Krone-Verleger Kurt Falk (* 1933) gegr√ľndete Boulevardzeitung ¬ĽT√§glich Alles¬ę als preiswertes Konkurrenzprodukt zur Kronen-Zeitung wurde 2000 wieder eingestellt. Einschlie√ülich der zehn Bundesl√§nderzeitungen mit regionaler Verbreitung - u. a. ¬ĽKleine Zeitung¬ę, Graz und Klagenfurt (Gesamtauflage 246 500; Styria Medien AG), ¬ĽOber√∂sterreichische Nachrichten¬ę, Linz (104 900), ¬ĽTiroler Tageszeitung¬ę, Innsbruck (90 800; Beteiligung der Axel Springer AG 65 %), ¬ĽVorarlberger Nachrichten¬ę, Bregenz (66 700) und ¬ĽNeue Zeit¬ę, Graz - existieren in √Ėsterreich insgesamt 16 Tageszeitungen. Dar√ľber hinaus erscheinen 155 Wochenzeitungen und 40 Gratiszeitungen (Anzeigenbl√§tter). Zum Erhalt der Pressevielfalt und zur Unterst√ľtzung der Journalistenausbildung gibt es eine staatliche Pressef√∂rderung. - Im Zuge heftiger Preisk√§mpfe 1999 kam es auf dem Zeitschriftensektor im September 2000 zur Fusion der beiden Nachrichtenmagazine ¬Ľprofil¬ę (Kurier-Gruppe) und ¬ĽFormat¬ę (News-Verlagsgruppe). Das neue Monopol wird zu 70 % von der News-Gruppe bestimmt, die die Illustrierte ¬ĽNews¬ę und die Programmzeitschrift ¬Ľtv-media¬ę herausgibt und sich zu 75 % im Besitz des deutschen Verlags Gruner + Jahr AG & Co. befindet. Die √ľbrigen 30 % h√§lt die Kurier-Gruppe (Wirtschaftsmagazin ¬Ľtrend¬ę, ¬ĽAutorevue¬ę und andere auflagenstarke Magazine). Der Verbund stellt gleichzeitig ein Zusammengehen der dominierenden √∂sterreichischen Zeitungsgruppe (Mediaprint) mit der dominierenden √∂sterreichischen Magazingruppe (News) dar, wobei beide zudem an verschiedenen Privatradios beteiligt sind.
 
Wichtigste Nachrichtenagenturen sind die Austria Presse Agentur (APA), Wien, gegr√ľndet 1946 als Genossenschaft, und die Online-Agentur pressetext.austria (pte).
 
 
Der √Ėsterreichische Rundfunk (ORF), bis 2001 √∂ffentlich-rechtliche Anstalt, strahlt drei √ľberregionale, neun regionale und ein lokales H√∂rfunkprogramm sowie einen Auslandsdienst aus. Mit dem Regionalradiogesetz vom 9. 7. 1993 wurde die gesetzliche Grundlage f√ľr die Veranstaltung privaten terrestrischen H√∂rfunks im UKW-Bereich in √Ėsterreich geschaffen. Das Gesetz wurde jedoch 1995 vom Verfassungsgerichtshof in weiten Teilen aufgehoben und 1997 novelliert; die 1995 in Graz und Salzburg gegr√ľndeten privaten Radiosender wurden endg√ľltig legalisiert und weitere Sender gestartet. Anfang 2000 existierten 20 private H√∂rfunkprogramme, die einen Marktanteil von 20 % erreichten; die Zahl der Privatradiosender ging jedoch rasch zur√ľck. Das Regionalradiogesetz wurde durch das Privatradiogesetz (in Kraft seit 1. 4. 2001) abgel√∂st, das erstmals landesweiten Privath√∂rfunk zulie√ü. Das ORF-Monopol auf dem Fernsehsektor wurde mit den √ľber Kabel und Satellit (etwa 75 % der 3,11 Mio. Fernsehhaushalte) empfangbaren Programmen der deutschen Privatsender RTL, ProSieben und Sat.1 (mit √∂sterreichischen Werbefenstern) seit 1997 bereits faktisch durchbrochen. Aus dem lokalen Kabelfernsehsender Wien 1 ging im Januar 2000 der erste landesweite √∂sterreichische (Kabel-)Privatsender ¬ĽAustria Television¬ę (ATV) hervor, an dem die von Herbert Kloiber (* 1948) kontrollierte Tele M√ľnchen Gruppe zu 25 % beteiligt ist. Zugleich mit der Verabschiedung des Privatfernsehgesetzes (5. 7. 2001), das an die Stelle des Kabel- und Satellitenrundfunkgesetzes von 1997 trat und den bisher von den beiden √∂ffentlich-rechtlichen Kan√§len ORF 1 und ORF 2 beherrschten Markt endg√ľltig f√ľr private Anbieter √∂ffnete, wurde der ORF in eine Stiftung √∂ffentlichen Rechts umgewandelt. Es wurde jedoch nur eine Sendelizenz f√ľr landesweites terrestrisches Privatfernsehen vergeben, die im Februar 2002 ATV zugesprochen wurde. Als Rundfunkregulierungsbeh√∂rde wurde 2001 die Kommunikationsbeh√∂rde Austria (KommAustria) geschaffen.
 
 Wirtschaft und Verkehr:
 
 
√Ėsterreich geh√∂rt weltweit zu den L√§ndern mit hohem Einkommen. Das Bruttosozialprodukt (BSP) pro Kopf der Bev√∂lkerung betrug (1995) 26 890 US-$ (im Vergleich: deutlich h√∂her als Frankreich mit 24 990 US-$ und nur wenig niedriger als Deutschland mit 27 510 US-$). Von den EU-Staaten, zu denen √Ėsterreich seit dem 1. 1. 1995 geh√∂rt, konnten 1995 nur Luxemburg, D√§nemark und Deutschland einen h√∂heren Wert realisieren. Die volkswirtschaftlichen Indikatoren weisen √Ėsterreich Mitte der 90er-Jahre als ein relativ stabiles Land aus. Nach einer leichten Rezession 1993 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 1994 um 3 %, 1995 um 1,8 % und 1996 um 1 %, wobei die Konjunkturd√§mpfung v. a. auf einen restriktiven Kurs der √∂ffentlichen Hand zur Budgetkonsolidierung zur√ľckgeht. Die Arbeitslosenquote lag (1996) bei 7 % (im Vergleich der EU-L√§nder nach Luxemburg niedrigste Arbeitslosenquote); die Inflationsrate erreichte 1,9 %. Die Leistungsbilanz zeigte in den letzten Jahren eine passive Tendenz (bedingt durch gesunkene √úbersch√ľsse im Tourismus und erstmalige Beitr√§ge zum EU-Haushalt) und wies 1995 sowie 1996 einen Negativsaldo von jeweils √ľber 40 Mrd. Schilling aus. Das √∂ffentliche Budget auf Bundesebene hat sich 1995 auf fast 120 Mrd. S (5 % des BIP) erh√∂ht. Zur Eind√§mmung der j√§hrlichen Neuverschuldung hat die √∂sterreichische Bundesregierung eine nachhaltige Budgetsanierung in Angriff genommen, um das Defizit bis 1997 unter die 3 %-Marke zu dr√ľcken; 1996 wurden 3,7 % erreicht.
 
In der √∂sterreichischen Wirtschaft arbeiten insgesamt (1996) 3,6 Mio. Erwerbst√§tige (davon 3,1 Mio. oder 85 % unselbstst√§ndig Besch√§ftigte). Die 303 300 ausl√§ndischen Arbeitnehmer kommen zu zwei Dritteln aus dem ehemaligen Jugoslawien und der T√ľrkei. Besonders aufgrund zunehmender Frauenerwerbst√§tigkeit stieg die Erwerbsquote von (1981) 45,2 % auf (1995) 48,5 %. Die Wirtschaftsstruktur ist von einem relativen R√ľckgang des prim√§ren und sekund√§ren Sektors zugunsten des Dienstleistungssektors gekennzeichnet. Mit diesem Strukturwandel liegt √Ėsterreich zwar im internationalen Trend, doch besteht ein gewisser R√ľckstand gegen√ľber den f√ľhrenden Industriestaaten, deren Dienstleistungssektor einen Anteil von zum Teil √ľber 70 % am BIP erreicht. In √Ėsterreich betr√§gt der Anteil am BIP (1995) 64 %. Entsprechend ist der Wertsch√∂pfungsanteil im prim√§ren und sekund√§ren Sektor von (1985) knapp 39 % auf (1995) 36 % zur√ľckgegangen.
 
Die regionale Wirtschaftsstruktur ist im Wesentlichen durch die sehr unterschiedlichen geographischen Gegebenheiten bestimmt. Die relativ d√ľnn besiedelten Regionen, der Alpenraum, fast das gesamte Gebiet n√∂rdlich der Donau, das Burgenland und die S√ľdsteiermark, sind gepr√§gt von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben sowie kleingewerblichen Unternehmen. Demgegen√ľber konzentriert sich die Industrie auf das Umfeld der gr√∂√üeren St√§dte. Zu den wichtigsten Industriegebieten geh√∂ren das s√ľdliche Wiener Becken, das ober√∂sterreichische Alpenvorland mit Linz, Enns, Steyr, Wels und V√∂cklabruck, das Grazer Becken, das Unterinntal mit Innsbruck, die Rheinebene in Vorarlberg und das Dreieck Sankt P√∂lten, Krems an der Donau und Stockerau im nieder√∂sterrischen Zentralraum. Die Randgebiete an den Grenzen zu den √∂stlichen Nachbarstaaten (Burgenland, Wald- und Weinviertel sowie M√ľhlviertel), die ehemals als Entwicklungsregionen in √Ėsterreich galten, erleben durch die Liberalisierung in diesen L√§ndern eine Dynamisierung ihrer Wirtschaft.
 
 
Aufgrund des Gebirgscharakters gro√üer Teile des Landes und ausgedehnter Waldgebiete nimmt die landwirtschaftliche Nutzfl√§che nur 33 % der Gesamtfl√§che ein: 1,4 Mio. ha sind Ackerland, 86 500 ha Dauerkulturen (darunter rd. 19 000 ha Obstanlagen, 55 600 ha Weing√§rten) und 1,9 Mio. ha Wiesen und Weiden. In der Land- und Forstwirtschaft arbeiten (1996) 4,6 % der Erwerbst√§tigen; der Anteil am BIP liegt bei 2 %. Es dominieren b√§uerliche Klein- und Mittelbetriebe. 71 % der (1995) 263 500 Betriebe (zwei Drittel werden im Nebenerwerb gef√ľhrt) haben weniger als 20 ha Wirtschaftsfl√§che; die durchschnittliche Betriebsgr√∂√üe liegt bei 28,8 ha. Die landwirtschaftliche Produktion ist stark differenziert. Im Ostteil des Landes dominiert die pflanzliche Erzeugung, die westlichen Bundesl√§nder sind st√§rker von der Forstwirtschaft gepr√§gt. Die Tierproduktion hat in allen Bundesl√§ndern, mit Ausnahme von Burgenland und Wien, einen hohen Anteil am landwirtschaftlichen Ertrag. Von jeher hat auch die tierische Veredelungswirtschaft, besonders die Milcherzeugung (1996: 3 Mio. t), einen gro√üen Anteil an der landwirtschaftlichen Produktion. Die inl√§ndische Produktion liegt bei wichtigen Produktsparten deutlich √ľber dem Inlandsverbrauch (Weizen 128 %, Getreide insgesamt 105 %, Rindfleisch 149 %, Fleisch insgesamt 107 %, Zucker 134 %). Bei Milch (103 %) und Schweinefleisch ist die Bilanz ausgeglichen. Importbedarf besteht bei Frischobst (53 % des Inlandsbedarfs), pflanzlichen √Ėlen (35 %), Gem√ľse (29 %), Gefl√ľgelfleisch (22 %), Wein (19 %), Eiern und K√§se (je 16 %).
 
Die regionalen Schwerpunkte der Land- und Forstwirtschaft sind das Alpenvorland (Ober√∂sterreich und Nieder√∂sterreich), das Wiener Becken und das Marchland (Nieder√∂sterreich), die steirischen Waldfl√§chen und das burgenl√§ndische Weinland. Art und Intensit√§t der Bodennutzung wechseln in Abh√§ngigkeit von H√∂henlage, Bodenqualit√§t und Klima. Im Gebirgsland wird fast ausschlie√ülich Vieh- und Waldwirtschaft betrieben, im Flach- und H√ľgelland √ľberwiegend Ackerbau, der teilweise mit Viehhaltung (Fleisch- und Milchproduktion) verkn√ľpft ist. Bevorzugt werden Getreide (Weizen, Gerste, Roggen, Mais, Hafer), Hackfr√ľchte (Zuckerr√ľben, Kartoffeln) und Obst (im klimatisch beg√ľnstigten Alpenvorland und den sommertrockenen Gebieten im Osten) angebaut sowie Weinbau betrieben (√∂sterreichische Weine). Die Weinerzeugung betr√§gt (1996) 2,1 Mio. hl; mit einem Wei√üweinanteil von circa 80 % ist √Ėsterreich ein typisches Wei√üweinland. Die wichtigsten Agrarprodukte sind Zuckerr√ľben (1996: 3,1 Mio. t), Mais (1,7 Mio. t), Weizen (1,2 Mio. t), Gerste (1,1 Mio. t), Kartoffeln (769 000 t), Obst (591 000 t, v. a. √Ąpfel und Birnen) und Feldgem√ľse (395 000 t, u. a. Zwiebeln, Kohl, Salat). Der Viehbestand umfasst (1996) u. a. 3,7 Mio. Schweine, 2,3 Mio. Rinder (darunter 700 000 Milchk√ľhe), 381 000 Schafe und 12,2 Mio. H√ľhner.
 
 
√Ėsterreich ist nach Finnland und Schweden das waldreichste Land Europas (knapp 42 % der Gesamtfl√§che oder 3,5 Mio. ha werden als Wald ausgewiesen). Der √ľberwiegende Teil (√ľber 80 %) wird als Ertragswald zur Holzgewinnung genutzt, der Rest ist Schutzwald. Vom Holzeinschlag von (1996) 15 Mio. m3 sind 11,2 Mio. m3 Nutzholz und 3,1 Mio. m3 Brennholz. Eine moderne Forstwirtschaft in Verbindung mit einer umfangreichen Holz verarbeitenden Industrie erm√∂glicht einen hohen Exportanteil. Zunehmend spielen bei den Ausfuhren bearbeitete Produkte wie Papier, Holzwaren, M√∂bel u. a. gegen√ľber der Rohholzausfuhr eine Rolle.
 
 
Gewerblicher Fischfang wird in den zahlreichen österreichischen Seen, Fischzucht (Karpfen, Forellen) als Teichwirtschaft betrieben (Fangmenge 1996: 4 500 t).
 
 
Der Bergbau hat in den Ostalpen schon fr√ľhgeschichtliche Tradition (Salz, Kupfer, Blei und Eisen) und diente bis in die Zeit des Wiederaufbaues nach dem Zweiten Weltkrieg als Basis f√ľr Grundstoffindustrie und Energieversorgung. Heute ist er weitgehend unwirtschaftlich und geht fortlaufend zur√ľck. 1980-95 hat sich der Anteil des Sektors Bergbau, Steine und Erden an der Entstehung des BIP mehr als halbiert; die Zahl der Besch√§ftigten im Bergbau ging im selben Zeitraum von 13 400 auf 4 400 zur√ľck. Braunkohle (F√∂rderung 1996: 1,1 Mio. t), Erze, Dolomit, Magnesit, Kalkstein, Erd√∂l und Erdgas geh√∂ren zu den wichtigsten Bergbauprodukten. Der Salzbergbau konnte ausgeweitet werden und betrug (1996) 2,5 Mio. m3 Salzsole und 920 t Steinsalz.
 
 
Mangels gro√üer Energiereserven ist √Ėsterreich √ľberwiegend auf Energieimporte angewiesen. Die wichtigsten heimischen Energiereserven sind Wasserkraft und Braunkohle sowie in geringem Umfang Erdgas und Erd√∂l. Die Wasserkraft tr√§gt mit (1996) 64,9 % zur Erzeugung elektrischer Energie bei, besonders aus den gro√üen Speicherkraftwerken des Montafon, des Zillertals und der Hohen Tauern. Die gr√∂√üten Laufkraftwerke liegen an Inn, Donau, Enns, Mur, Drau und Salzach. Diese Fl√ľsse sind - zum Teil auch aus √∂kologischen Gr√ľnden - ihrer maximalen Ausbaukapazit√§t sehr nahe. Die Nutzung der Kernenergie ist durch Bundesgesetz verboten; das Kernkraftwerk Zwentendorf im Tullnerfeld wird nicht genutzt. Erdgas wird v. a. aus Russland bezogen.
 
 
Der verstaatlichte Industriesektor war Ausgangspunkt der industriellen Entwicklung in der Nachkriegszeit (besonders im ober√∂sterreichischen Zentralraum, in der Obersteiermark und im Wiener Becken); er baute auf einer Reihe heimischer Rohstoffe auf und war somit stark grundstofforientiert. Im Zusammenhang mit den starken Erd√∂lpreiserh√∂hungen in den 70er-Jahren und der dadurch ausgel√∂sten weltweiten Konjunkturkrise gerieten auch gro√üe Teile der √∂sterreichischen Industrie in eine Strukturkrise. Aus besch√§ftigungspolitischen Gr√ľnden verzichtete der Eigent√ľmer (Staat) auf Rationalisierungsma√ünahmen; erst 1986-90, nachdem die √∂ffentlichen Subventionen die Grenze des Tragbaren erreicht hatten, erfolgte eine Neuorganisation (√Ėsterreichische Industrieholding AG). Seither wurden durch Herausl√∂sen homogener Teilbereiche aus der verstaatlichten Industrie wettbewerbsf√§hige Privatunternehmen geschaffen.
 
Im produzierenden Sektor sind (1996) 30,3 % (1,1 Mio.) der Besch√§ftigten t√§tig; der Anteil dieses Bereichs am BIP betr√§gt rd. 34 %. √Ėsterreichs Industrie hat in den letzten beiden Jahrzehnten einen tief greifenden Strukturwandel vollzogen. Seit dem Besch√§ftigungsh√∂hepunkt 1973 wurden rd. 240 000 Arbeitnehmer entlassen (Industriebesch√§ftigte 1996: rd. 440 000). Es kam zu einer massiven Verschiebung von der heute kaum noch konkurrenzf√§higen Grundstoffindustrie zu h√∂herwertigen Produktionssparten mit zum Teil hohem Exportanteil (u. a. Maschinen- und Anlagenbau, optische und elektronische Ger√§te, Fahrzeugteile). Der Beitrag der Sachg√ľtererzeugung zum BIP betr√§gt (1995) rd. 21 %. Innerhalb dieser Produktion hat den gr√∂√üten Anteil der Metallsektor (Metallerzeugung und -bearbeitung, Metallerzeugnisse), gefolgt von B√ľromaschinen, Datenverarbeitungsger√§ten und -einrichtungen, Elektronik, Feinmechanik und Optik, Nahrungs- und Genussmittelerzeugung sowie Maschinenbau.
 
 
Der Stellenwert des tertiären Sektors hat in den letzten 20 Jahren deutlich zugenommen. In diesem Sektor arbeiten (1996) 62,3 % der Erwerbstätigen (rd. 2,2 Mio.); sein Anteil am BIP stieg von (1976) 55,8 % auf (1995) 64 %. Die wichtigsten Bereiche sind der Handel (BIP-Anteil 1995: 15,6 %) und die öffentlichen Dienste (12 %), gefolgt von Vermietung und unternehmensbezogenen Diensten (10,5 %) sowie dem Geld- und Versicherungswesen (7,2 %). Dieser Bereich ist durch die Liberalisierung der Finanzmärkte zunehmend dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt. Seit Mitte der 80er-Jahre erlangte die Wiener Börse eine gewisse internationale Bedeutung. Wichtige Messestädte sind Wien, Salzburg und Graz.
 
 
Der Fremdenverkehr entwickelte sich zu einem wichtigen Wirtschaftszweig. Gemessen an den Deviseneinnahmen aus dem Reiseverkehr je Einwohner ist √Ėsterreich f√ľhrend unter den OECD-L√§ndern. Die Schwerpunkte liegen in den Bundesl√§ndern Tirol, Salzburg, K√§rnten, Vorarlberg und Wien. In den hochalpinen Landesteilen haben Sommer- und Wintersaison Bedeutung. Die (1996) 17,1 Mio. ausl√§ndischen G√§ste kommen v. a. aus Deutschland, den Niederlanden, aus Italien und der Schweiz. Die Rekordzahl von fast 100 Mio. Ausl√§nder√ľbernachtungen zu Beginn der 90er-Jahre konnte nicht gehalten werden. Die Tourismusbranche musste zum Teil empfindliche Einbu√üen hinnehmen (1996: 84,2 Mio. Ausl√§nder√ľbernachtungen). Als urs√§chlich daf√ľr werden die steigenden Preise im Dienstleistungssektor, die regionale und saisonale Konzentration der Reiseaktivit√§ten, die gro√üe Abh√§ngigkeit von deutschen Touristen (rd. zwei Drittel aller √úbernachtungen) und die sich ver√§ndernden Urlaubsanspr√ľche der Besucher angesehen.
 
 
Der Warenau√üenhandel weist traditionell einen Import√ľberschuss auf (1996: Ausfuhrwert 612,2 Mrd. S; Einfuhrwert 712,8 Mrd. S). Der Negativsaldo der Handelsbilanz wird gegenw√§rtig nur noch zum Teil durch den kleiner gewordenen √úberschuss in der Dienstleistungsbilanz ausgeglichen. Durch eine Exportoffensive soll dieser Tendenz entgegengewirkt werden. Auf der Ausfuhrseite dominieren die Produkte des Maschinen- und Fahrzeugbaus sowie der chemischen Industrie; auf der Importseite entfallen nahezu 40 % des Gesamtimports auf Maschinen und Fahrzeuge; chemische Produkte, Energierohstoffe und Nahrungsmittel haben einen Anteil von √ľber 20 % am Einfuhrwert. Zwei Drittel aller Ein- und Ausfuhren werden mit den L√§ndern der EU abgewickelt; Haupthandelspartner ist mit Abstand Deutschland (1996: 37,4 % der Exporte beziehungsweise 42,5 % der Importe), gefolgt von Italien, Frankreich und der Schweiz.
 
Verkehr:
 
Bedingt durch seine geographische Lage erf√ľllt √Ėsterreich eine wichtige Transitfunktion in Europa sowohl f√ľr den Nord-S√ľd-Verkehr √ľber die Alpen als auch f√ľr den Ost-West-Verkehr. Ein Drittel des alpenquerenden Transits geht √ľber √Ėsterreich. Entsprechend gut ist die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut. Allerdings f√ľhrt die Zunahme des emissionsintensiven G√ľtertransports infolge der fortschreitenden Integration in Europa zu kaum mehr l√∂sbaren Problemen. Die Bereitschaft zum weiteren Ausbau der Stra√üeninfrastruktur f√ľr Transitzwecke st√∂√üt auf immer gr√∂√üeren Widerstand der betroffenen Regionen. Die Verkehrspolitik ist bem√ľht, weitere Teile des Stra√üenschwerverkehrs auf die Schiene zu verlagern. Langfristig soll hierf√ľr ein Brennerbasistunnel gebaut werden. Das √∂sterreichische Schienennetz hat eine Streckenl√§nge von 6 230 km, das zum gr√∂√üten Teil von den √Ėsterreichischen Bundesbahnen betrieben wird. Die Haupteisenbahnlinien sind die Westbahn Wien-Linz-Salzburg-Innsbruck-Arlbergtunnel-Feldkirch(-Schweiz)-Bregenz-Deutschland (oder Schweiz) und die S√ľdbahn Wien-Bruck an der Mur(-Graz-Slowenien)-Klagenfurt-Villach-Italien oder Slowenien sowie die Transitstrecken Deutschland-Kufstein-Innsbruck-Brenner-Italien und Deutschland-Salzburg-Tauerntunnel-Villach-Slowenien oder Italien, ferner die Strecke Deutschland-Passau-Linz(-Wien), die Pyhrnbahn Linz-Leoben(-Graz) und die Franz-Josefs-Bahn Wien-Tulln-Gm√ľnd(-Prag). Vornehmlich f√ľr den Tourismus stehen rd. 300 Seilbahnen, √ľber 400 Sessellifte und rd. 2 500 Schlepplifte zur Verf√ľgung.
 
Die Streckenl√§nge des Stra√üennetzes betr√§gt (1996) 106 400 km, davon 1 600 km Autobahnen. Die wichtigsten Autobahnen sind die Westautobahn (Wien-Linz-Salzburg-Dtl.), die S√ľdautobahn (Wien-Graz-Klagenfurt-Villach-Italien), die Inntalautobahn (Deutschland-Kufstein-Innsbruck-Landeck), von der bei Innsbruck die Brennerautobahn √ľber den Brenner nach Italien abzweigt, die Tauernautobahn (Salzburg-Tauerntunnel-Villach-Karawankentunnel-Slowenien) und die Innviertel-Pyhrn-Autobahn (Deutschland-Wels-Bosrucktunnel-Gleinalmtunnel-Graz-Slowenien).
 
Vom gesamten Transportaufkommen im G√ľterverkehr (1994: 352 Mio. t) entfallen 194 Mio. t auf den Inlandverkehr, 80 Mio. t auf Transit und 79 Mio. t auf grenz√ľberschreitende G√ľtertransporte. Als Verkehrstr√§ger dominiert die Stra√üe (64,7 %) vor der Schiene (17,8 %) und den Pipelines (15,3 %); die Schifffahrt hat einen Anteil von rd. 2 %. Im grenz√ľberschreitenden G√ľterverkehr liegt der Schienen- (rd. 45 %) vor dem Stra√üenverkehr (34 %). Der Motorisierungsgrad ist in √Ėsterreich mit (1996) 458 Pkw pro 1 000 Einwohner √§hnlich hoch wie in Deutschland.
 
Seit einigen Jahren verf√ľgt √Ėsterreich mit dem Main-Donau-Kanal √ľber einen vollwertigen Anschluss an das europ√§ische Wasserstra√üennetz bis zur Nordsee. Entsprechend ist auf der Donau das Verkehrsaufkommen deutlich angestiegen. Wichtigster Hafen an der Donau ist Linz mit einem G√ľterumschlag von 4,5 Mio. t pro Jahr. √Ėsterreich verf√ľgt √ľber eine Handelsflotte von (1996) 95 000 BRZ, davon entfallen 85 000 BRZ auf 29 Handelsschiffe f√ľr den St√ľckgutverkehr, die in Mittelmeer- und in Nordseeh√§fen beheimatet sind.
 
Wichtigster internationaler Flughafen ist Wien-Schwechat (rd. 75 % des Passagier- und 93 % des Frachtaufkommens), daneben bestehen internationale Flughäfen in Salzburg, Graz, Linz, Innsbruck und Klagenfurt (insgesamt 1996: 12,2 Mio. Passagiere; 114 900 t Flugfracht und 7 760 t Luftpost). Größte nationale Luftfahrtgesellschaft ist die Austrian Airlines (AUA), die 1996 rd. 3,2 Mio. Fluggäste und 63 000 t Fracht sowie Luftpost beförderte. Ferner sind die private Lauda Air und die Tyrolean Airways von Bedeutung.
 
 Geschichte:
 
Zur Vorgeschichte Mitteleuropa.
 
¬†Fr√ľh- und Hochmittelalter
 
Zu Beginn des 6. Jahrhunderts begann die Festigung einer dauernden Herrschaft der Baiern im Donau- und Alpengebiet; zum baierischen Stammesbereich geh√∂rten damals bereits das westliche Nieder√∂sterreich, Ober√∂sterreich, Salzburg und Tirol. Mit dem Stammesgebiet der Baiern kamen auch die √∂sterreichischen L√§nder unter den Einfluss des Frankenreichs. Im 8. Jahrhundert geriet K√§rnten in die Abh√§ngigkeit der bayerischen Herz√∂ge. Nach der Zerst√∂rung des Awarenreichs durch Karl den Gro√üen (791/796) konnte sich der bayerische Herrschaftsbereich nach Osten und S√ľdosten ausdehnen. Eine Reihe von Marken (so die Awarische Mark) sch√ľtzten das neu erworbene Land: Die nach Osten offenen Randgebiete gingen an die Magyaren verloren, bis der Sieg Ottos I., des Gro√üen, auf dem Lechfeld (955) die Marken neu entstehen lie√ü, besonders anstelle der Awarischen Mark die ¬ĽOstmark¬ę (996 ¬ĽOstarrichi¬ę = √Ėsterreich genannt) zwischen Enns und Traisen, die sich allm√§hlich donauabw√§rts vorschob. 976 trennte Kaiser Otto II. K√§rnten als selbstst√§ndiges Herzogtum von Bayern ab. Aus Marken entstanden sp√§ter die L√§nder √Ėsterreich, Steiermark und Krain. Als geistliche Territorien entwickelten sich Salzburg, Trient, Brixen und Aquileja. Das f√ľhrende Geschlecht im deutschen S√ľdosten wurden die Babenberger, seit 976 Markgrafen; sie setzten sich auch in Teilen des heutigen Ober√∂sterreich fest, erhielten 1156 den Titel eines Herzogs von √Ėsterreich und erwarben 1192 die Steiermark (seit 1180 Herzogtum). Als die Babenberger 1246 mit Friedrich II., dem Streitbaren, im Mannesstamm erloschen, bem√§chtigte sich der b√∂hmische K√∂nig Ottokar II. PŇôemysl 1251-54 der Herrschaft in √Ėsterreich; 1260 gewann er die Steiermark, 1269 erbte er K√§rnten und Krain. Erst K√∂nig Rudolf I. von Habsburg machte der b√∂hmischen Macht in den Donau- und Alpenl√§ndern ein Ende; 1282/83 verlieh er die Herzogt√ľmer √Ėsterreich und Steiermark als erledigte Reichslehen seinen S√∂hnen Albrecht I. und Rudolf II., w√§hrend K√§rnten mit Krain den Grafen von G√∂rz und Tirol (Meinhardiner) √ľberlassen wurde.
 
 Die Habsburger im späten Mittelalter
 
Die Habsburger betrachteten als Tr√§ger der R√∂mischen (deutschen) K√∂nigskrone die √∂sterreichischen L√§nder als Hausmachtbereich ihres Geschlechts. Au√üerdem verf√ľgten sie √ľber alte Besitzungen im S√ľdwesten des Reichs (Schwaben, Elsass, Schweiz), die sie vergeblich zu erweitern suchten. W√§hrend die beginnende Verselbstst√§ndigung der schweizerischen Eidgenossenschaft im 14. und 15. Jahrhundert den s√ľdwestdeutschen Besitz minderte, war die habsburgische Territorialpolitik im deutschen S√ľdosten erfolgreich. Herzog Albrecht II., der Weise, erwarb K√§rnten und Krain (1335), sein √§ltester Sohn, Herzog Rudolf IV., der Stifter, Tirol (1363/64), dessen Bruder Herzog Leopold III. Inneristrien (1374) und Triest (1382). Die Vorarlberger Grafschaften wurden seit 1375 (Feldkirch) erworben. Der Rang, den das habsburgische Haus √Ėsterreich beanspruchte, dr√ľckte sich auch in F√§lschungen Rudolfs IV. aus: Das Privilegium maius suchte seinem Geschlecht eine den Kurf√ľrsten entsprechende Stellung zu sichern. Durch die Teilungen 1379 (Neuberg an der M√ľrz; albertinische und leopoldinische Linie der Habsburger), 1406 und 1411 entstanden drei habsburgisch-√∂sterreichische L√§ndergruppen (Verwaltungsbereiche): die nieder√∂sterreichischen (Nord- und Ober√∂sterreich), die inner√∂sterreichischen (Steiermark, K√§rnten, Krain, Inneristrien, Triest) und die ober- und vorder√∂sterreichischen L√§nder (¬ĽVorlande¬ę: Tirol, Vorarlberg, die schw√§bischen und els√§ssischen Besitzungen sowie der Restbesitz im Norden der Schweiz). Durch Erbvertr√§ge mit den Luxemburgern wurden die Habsburger zu Nachfolgern der luxemburgischen Anspr√ľche: Herzog Albrecht V. wurde 1437/38 K√∂nig von B√∂hmen und Ungarn, gleichzeitig R√∂mischer K√∂nig (als Albrecht II.). Sein Nachfolger Friedrich V. (als K√∂nig Friedrich III.) erhob √Ėsterreich 1453 zum Erzherzogtum und best√§tigte das ¬ĽPrivilegium maius¬ę. Nach Erl√∂schen der albertinischen Linie folgten in B√∂hmen und Ungarn einheimische K√∂nige. Innere K√§mpfe mit Adel und St√§dten ersch√ľtterten die habsburgische Herrschaft. Der ungarische K√∂nig Matthias I. Corvinus besetzte vor√ľbergehend gro√üe Teile √Ėsterreichs, 1485-90 auch Wien. K√∂nig Maximilian I. vereinigte mit seinem Regierungsantritt (1493) die √∂sterreichischen Erblande wieder in einer Hand; 1500 erbte er G√∂rz. Die Heirat (1496) seines Sohnes, Philipps I., des Sch√∂nen, mit Johanna von Kastilien und Le√≥n (sp√§ter genannt Johanna die Wahnsinnige) sicherte den Habsburgern Spanien mit seinem italienischen Besitz und dem amerikanischen Kolonialreich.
 
 Reformation und Konfessionalisierung
 
Das Erbe Maximilians I. und Philipps des Sch√∂nen fiel 1519 an die Enkel Maximilians, Karl V. und Ferdinand I. Karl V. (1519 R√∂mischer K√∂nig, 1530 Kaiser) behielt die spanischen Besitzungen mit den Niederlanden, Burgund, Mailand, Neapel, Sizilien und Sardinien; dem j√ľngeren Bruder √ľberlie√ü er 1521/22 die Regierung in den √∂sterreichischen Erblanden einschlie√ülich Tirols. So wurde Ferdinand (seit 1531 R√∂mischer K√∂nig) der Stammvater der √∂sterreichischen Linie der Habsburger, f√ľr die er nach Karls Abdankung 1558 die Kaiserw√ľrde gewann. Als der letzte Jagiellone von B√∂hmen und Ungarn, Ludwig II., gefallen war (Moh√°cs 1526), w√§hlten auch die b√∂hmischen und ein Teil der ungarischen St√§nde Ferdinand zu ihrem K√∂nig. Die nationale Partei in Ungarn hatte vorher Johann Z√°polya, den Woiwoden von Siebenb√ľrgen, zum K√∂nig erhoben; er konnte sich mit t√ľrkischer Hilfe in Ostungarn und Siebenb√ľrgen behaupten. Obwohl die Belagerung Wiens (1529) abgewehrt wurde, konnte die Festsetzung der T√ľrken im inneren Ungarn ab 1542/43 nicht verhindert werden.
 
Im 16. Jahrhundert bestimmte der Kampf des Herrscherhauses mit den St√§nden, die zumeist die Vork√§mpfer des √∂sterreichischen Protestantismus waren, die Geschicke des Landes. 1564 wurden die habsburgischen L√§nder unter Ferdinands S√∂hnen geteilt: Kaiser Maximilian II. (zugleich K√∂nig von B√∂hmen und Ungarn) erhielt √Ėsterreich (Hauptlinie), Erzherzog Ferdinand II. Tirol und die Vorlande (Tiroler Linie), Erzherzog Karl II. Inner√∂sterreich (steirische Linie). Maximilian II., der zeitweise dem Protestantismus zuneigte, sah sich wie Karl zur Gew√§hrung der Religionsfreiheit gen√∂tigt (1571/72). Unter Kaiser Rudolf II. begann nach dem Trienter Konzil die Rekatholisierung, Rudolf musste aber den b√∂hmischen St√§nden im Majest√§tsbrief 1609 die Religionsfreiheit verb√ľrgen. Die entscheidenden Ma√ünahmen gingen von Inner√∂sterreich aus, wo Karls Sohn Ferdinand den Protestantismus, beginnend in der Steiermark, unterdr√ľckte.
 
Tirol war schon 1595 an das Gesamthaus der Habsburger zur√ľckgefallen. Als 1619 mit Kaiser Matthias II. die √∂sterreichische Hauptlinie erlosch, erlangte dessen Vetter aus der steirischen Linie, Erzherzog Ferdinand von Inner√∂sterreich, auch die Herrschaft in √Ėsterreich, B√∂hmen und Ungarn, dazu die Kaiserw√ľrde (als Ferdinand II.). Nur Tirol und die Vorlande √ľberlie√ü er seinem Bruder, Erzherzog Leopold V.; es war die letzte derartige L√§nderteilung im Haus √Ėsterreich (Habsburg).
 
Die Erbitterung der protestantischen St√§nde entlud sich 1618 im Aufstand in B√∂hmen, der den Drei√üigj√§hrigen Krieg er√∂ffnete. In dessen Verlauf erreichte das Haus √Ėsterreich 1629, als der Kaiser das Restitutionsedikt erlie√ü, und bei Abschluss des Prager Friedens (1635) einen Gipfel seiner Macht im Heiligen R√∂mischen Reich. Das Eingreifen Schwedens (1630) und Frankreichs (1635) √§nderte allerdings die Lage wesentlich; 1648 musste Kaiser Ferdinand III. schlie√ülich in den Westf√§lischen Frieden einwilligen. Damit war das Kaisertum in seiner Machtstellung im Reich sehr geschw√§cht. In den √∂sterreichischen und in den b√∂hmischen L√§ndern hatten aber der Absolutismus (¬ĽVerneuerte Landesordnung¬ę 1627) √ľber den Adel und zugleich der Katholizismus √ľber den Protestantismus gesiegt. Der st√§ndische Adel der L√§nder wurde mehr und mehr durch eine gesamt√∂sterreichische Aristokratie, zum Teil fremder Herkunft, ersetzt; diese entwickelte sich dann zum st√§rksten Tr√§ger des √∂sterreichischen Staatsgedankens.
 
¬†Vom Westf√§lischen Frieden bis zur Gr√ľndung des Kaiserreichs
 
Der aus den Erblanden zusammenwachsende Staat erlangte durch die siegreiche Ostpolitik Kaiser Leopolds I. den Rang einer selbstst√§ndigen europ√§ischen Gro√ümacht. Der ¬ĽGro√üe T√ľrkenkrieg¬ę, eingeleitet 1683 mit der Abwehr der T√ľrken vor Wien, endete mit dem Gewinn Ungarns (ohne das Temescher Banat) und Siebenb√ľrgens (Frieden von Karlowitz 1699). Ein weiterer, von Prinz Eugen von Savoyen-Carignan erfolgreich gef√ľhrter T√ľrkenkrieg (1716-18) brachte die Erwerbung des Banats, der Kleinen Walachei, Nordbosniens und Nordserbiens mit Belgrad (Frieden von Passarowitz). 1723 nahmen die ungarischen St√§nde die Pragmatische Sanktion √ľber die Erbfolge an. Die in der T√ľrkenzeit ver√∂deten Teile Ungarns, besonders das Banat, wurden mit meist deutschen Kolonisten besiedelt (¬ĽDonauschwaben¬ę); zur Sicherung gegen die T√ľrken wurde die Milit√§rgrenze weiter ausgebaut.
 
Weniger gl√ľcklich war die Politik des Hauses √Ėsterreich in Westeuropa, wo es mit Spanien und den Seem√§chten (Niederlande und England) die Koalitionskriege gegen Ludwig XIV. f√ľhrte. Weder im H√∂ll√§ndischen Krieg (1672-79) noch im Pf√§lzischen Erbfolgekrieg (1688-97) erzielte es nennenswerte Erfolge, in der Abwehr der franz√∂sischen Reunionen sah es sich durch den t√ľrkischen Angriff auf Wien gehemmt. 1701 brach der Spanische Erbfolgekrieg um das Erbe des letzten spanischen Habsburgers, Karls II., aus. Die franz√∂sische √úbermacht wurde durch die Siege Prinz Eugens und Marlboroughs gebrochen. Als aber nach dem Tod Josephs I. die Kaiserw√ľrde mit den Erblanden an seinen Bruder Karl VI., den Anw√§rter auf den spanischen Thron, fiel, verhinderte Gro√übritannien mit dem Utrechter Frieden von 1713 die Konzentration der gesamten Macht der √∂sterreichischen und spanischen Habsburger in einer Hand. Karl VI. musste 1714 im Frieden von Rastatt Spanien den Bourbonen √ľberlassen und sich mit den spanischen Nebenl√§ndern au√üer Sizilien begn√ľgen. Sardinien gab er bald darauf im Tausch gegen Sizilien an Piemont-Savoyen, verlor aber infolge seiner Politik im Polnischen Thronfolgekrieg Sizilien und Neapel 1735 an die spanischen Bourbonen. Ein ungl√ľcklicher T√ľrkenkrieg f√ľhrte 1739 zum Verlust der Eroberungen von 1718 (mit Ausnahme des Temescher Banats).
 
Nach dem Tod ihres Vaters √ľbernahm Maria Theresia aufgrund der Pragmatischen Sanktion die Regierung (1740-80), musste aber die habsburgischen Erblande gegen die Anspr√ľche vieler Gegner (Preu√üen, Bayern, Sachsen-Polen, Frankreich, Spanien) im √Ėsterreichischen Erbfolgekrieg verteidigen. An K√∂nig Friedrich II., den Gro√üen, von Preu√üen verlor sie durch die beiden Schlesischen Kriege den gr√∂√üten Teil Schlesiens; im Aachener Frieden war sie gezwungen, den spanischen Bourbonen 1748 die erst 1735 erworbenen italienischen Herzogt√ľmer Parma und Piacenza zu √ľberlassen. Die Au√üenpolitik, geleitet von W. A. Graf Kaunitz, richtete sich in Allianz mit Frankreich und Russland auf die Wiedergewinnung Schlesiens, das Friedrich der Gro√üe aber im Siebenj√§hrigen Krieg (1756-63) behauptete. Dagegen erweiterte √Ėsterreich sein Gebiet nach Osten, als es bei der ersten Teilung Polens 1772 Galizien erhielt und 1775 die T√ľrkei zur Abtretung der Bukowina veranlasste. Maria Theresias Gemahl, Franz Stephan von Lothringen, als Franz I. zum Kaiser gew√§hlt, wurde der Stammvater des Hauses Habsburg-Lothringen. Nach seinem Tod (1765) nahm Maria Theresia ihren Sohn Joseph (II.) als Mitregenten an; sein Plan, die √Ėsterreichischen Niederlande gegen Bayern auszutauschen, veranlasste den weitgehend unblutigen Bayerischen Erbfolgekrieg, brachte √Ėsterreich aber nur das bayerische Innviertel ein (1779; √Ėsterreich umfasste nunmehr 610 000 km2). - Die Innenpolitik der tatkr√§ftigen Herrscherin, eingeleitet von F. W. Graf Haugwitz, bewirkte u. a. die grundlegende Neuordnung der Staatsverwaltung, doch erstreckte sich die zentralistische Reform nur auf die √∂sterreichischen und b√∂hmischen Erblande. Gegen Joseph II., der 1780 nach dem Tod seiner Mutter die Alleinherrschaft antrat, und seine radikalen Reformen erhob sich besonders in Ungarn und in den √Ėsterreichischen Niederlanden heftiger Widerstand zur Verteidigung der alten Sonderrechte; in den Niederlanden kam es zur ¬ĽBrabanter Revolution¬ę (1789/90). Kurz vor seinem Tod musste Joseph seine Reformen zum gr√∂√üten Teil zur√ľcknehmen. Immerhin blieben die Aufhebung der Leibeigenschaft und sein kirchenpolitisches System (Josephinismus) in Geltung. Auch die Au√üenpolitik war wenig gl√ľcklich verlaufen: Dem erneut aufgenommenen bayerisch-niederl√§ndischen Tauschplan begegnete K√∂nig Friedrich II., der Gro√üe, von Preu√üen mit dem das Reich stabilisierenden Deutschen F√ľrstenbund; ein T√ľrkenkrieg (1788-91) blieb nahezu erfolglos. Josephs Bruder, Kaiser Leopold II., stellte in Ungarn und den √Ėsterreichischen Niederlanden (heute Belgien) die Ruhe wieder her, schloss Frieden mit der T√ľrkei und verst√§ndigte sich in der Konvention von Reichenbach (1790) mit Friedrich Wilhelm II. von Preu√üen.
 
Leopolds Sohn, Kaiser Franz II., hatte den Kampf gegen das revolution√§re Frankreich aufzunehmen. Als Folge der Franz√∂sischen Revolutionskriege verlor √Ėsterreich im Frieden von Campoformio (1797) die √Ėsterreichischen Niederlande und die Lombardei, wof√ľr es das Gebiet der Republik Venedig (Venetien, die Markgrafschaft Istrien, Dalmatien) erhielt. Auch in den folgenden Koalitionskriegen hatte √Ėsterreich schwere Lasten zu tragen. Durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 gewann es die Tiroler Hochstifte Trient und Brixen.
 
¬†Das √Ėsterreichische Kaiserreich
 
Die Annahme einer Kaiserw√ľrde durch Napoleon I. veranlasste Franz II., am 11. 8. 1804 den erblichen Titel eines ¬ĽKaisers von √Ėsterreich¬ę (als Franz I.) anzunehmen; das staatsrechtliche Verh√§ltnis seiner L√§nder wurde dadurch nicht ge√§ndert. Im 3. Koalitionskrieg erneuerte er den Kampf gegen Frankreich, aber Napoleon I. besetzte Wien und siegte entscheidend bei Austerlitz (2. 12. 1805). Im Frieden von Pre√üburg (26. 12. 1805) musste √Ėsterreich die Vorlande (Vorder√∂sterreich), Tirol, Dalmatien und Venetien abtreten; es erhielt das s√§kularisierte Erzbistum Salzburg. Die Gr√ľndung des Rheinbundes durch Napoleon veranlasste Kaiser Franz, die r√∂misch-deutsche Kaiserkrone niederzulegen (6. 8. 1806) und das Heilige R√∂mische Reich f√ľr erloschen zu erkl√§ren.
 
 Von 1806 bis zum Wiener Kongress
 
W√§hrend Napoleon seine Herrschaft √ľber ganz Deutschland ausdehnte, bereitete sich √Ėsterreich unter P. Graf von Stadion als Au√üenminister und Erzherzog Karl als Armeef√ľhrer auf eine neue Erhebung vor. Doch im Krieg von 1809 unterlag es, trotz des Sieges bei Aspern und E√üling sowie der Erhebung Tirols (A. Hofer), und verlor im Frieden von Sch√∂nbrunn (14. 10. 1809) das Innviertel und Salzburg, West- und einen Teil von Ostgalizien, Krain, Triest und Teile von K√§rnten und Kroatien. Eine Ann√§herung an Napoleon leitete K. W. F√ľrst von Metternich als neuer Au√üenminister ein; im Fr√ľhjahr 1810 heiratete Napoleon die √∂sterreichische Kaisertochter Marie Louise. Wie Preu√üen und die anderen deutschen Staaten stellte 1812 auch √Ėsterreich ein Hilfskorps f√ľr die Gro√üe Armee (unter K. P. F√ľrst zu Schwarzenberg); es hielt sich jedoch in Russland und auch w√§hrend des Beginns der Befreiungskriege sehr zur√ľck. Im Sommer 1813 trat √Ėsterreich der antifranz√∂sischen Koalition bei, die Metternich mit diplomatischem Geschick f√ľhrte; Schwarzenberg erhielt den Oberbefehl √ľber ihre Streitkr√§fte. Nach der V√∂lkerschlacht bei Leipzig (1813) und dem Sturz Napoleons (1814) trat der Wiener Kongress von 1814/15 zusammen. Ihm verdankt √Ėsterreich die R√ľckgabe seiner abgetretenen Besitzungen (Tirol, Salzburg, Innviertel, die ¬ĽIllyrischen Provinzen¬ę), ferner Dalmatiens und des Kreises Tarnopol; es erhielt au√üerdem Venetien und die Lombardei, verzichtete aber endg√ľltig auf die Vorlande.
 
 Das System Metternich
 
Seit 1814/15 nahm √Ėsterreich unter der Leitung Metternichs (seit 1821 Staatskanzler) in Europa eine f√ľhrende Stellung ein. In Deutschland war es die Pr√§sidialmacht des Deutschen Bundes, in Italien unbestritten die Vormacht, der sich die habsburgischen Nebenlinien (in Toskana und Modena), die Bourbonen (in Neapel-Sizilien, Parma-Piacenza) und die P√§pste (im Kirchenstaat) f√ľgten. Metternich wurde der Vork√§mpfer des politischen Systems der Restauration und Verteidiger der europ√§ischen Ordnung des Wiener Kongresses sowie des monarchischen Absolutismus gegen alle liberalen und nationalen Gedanken. In Deutschland wusste er das Einvernehmen mit Preu√üen zu wahren, das er als gleichberechtigte Macht im Deutschen Bund behandelte; umso leichter konnte er K√∂nig Friedrich Wilhelm III. von Preu√üen zur Unterst√ľtzung seiner Politik bewegen (Karlsbader Beschl√ľsse 1819).
 
Durch die Auswirkungen der franz√∂sischen Julirevolution von 1830 wurde das ¬ĽSystem Metternich¬ę nur vor√ľbergehend ersch√ľttert; erst nach 1840 begann sein allm√§hlicher Zerfall. In √Ėsterreich selbst, ausgenommen Ungarn, hielten das harte Polizeiregiment und eine strenge Zensur alle freiheitlichen Regungen nieder. Reformen des Staates blieben aus, und die Finanzen kamen aus der Zerr√ľttung durch die Napoleonischen Kriege nicht heraus. Seit 1826 √ľbte F. A. Graf Kolowrat-Liebsteinsky als Staatsminister entscheidende Gewalt im Innern aus. Als Franz I. 1835 starb, folgte ihm sein geistesschwacher Sohn Ferdinand I.; f√ľr ihn regierte die ¬ĽGeheime Staatskonferenz¬ę (Erzherzog Ludwig, Erzherzog Franz Karl, Metternich, Kolowrat-Liebsteinsky). Bei den nichtdeutschen V√∂lkern der Monarchie regten sich nationale Bewegungen. Die Magyaren erreichten 1840 die Einf√ľhrung des Ungarischen als Staatssprache; eine nationale und liberale Opposition trat immer st√§rker hervor. Das Nationalbewusstsein der Slawen, besonders der Tschechen und der Kroaten, erstarkte. Die Polen Galiziens sahen in der √∂sterreichischen Provinz ein St√ľck ihres zerteilten Vaterlandes. Als der Freistaat Krakau sich zum Mittelpunkt polnischer Erhebungsversuche entwickelte, wurde er 1846 √Ėsterreich einverleibt.
 
 Die Revolution von 1848/49
 
Die von der franz√∂sischen Februarrevolution ausgehende Ersch√ľtterung traf auch √Ėsterreich. Der Ausbruch der M√§rzrevolution in Wien (13.-15. 3.) f√ľhrte sofort zu Metternichs Sturz. Der Kaiser musste am 15. 3. eine liberale Verfassung versprechen; diese wurde am 25. 4. nur f√ľr die nichtungarischen L√§nder erlassen, w√§hrend Ungarn zu √Ėsterreich im Verh√§ltnis der Personalunion stehen sollte. Zugleich trat die Frankfurter Nationalversammlung zusammen; in Venedig (17. 3.) und Mailand (18. 3.) siegte zun√§chst die nationale Revolution, unterst√ľtzt von Piemont-Sardinien (¬ĽRisorgimento¬ę). Eine Massenbewegung in Wien erzwang am 15. 5. die Revision des Wahlgesetzes; der neue Reichstag sollte als verfassunggebendes Parlament berufen, jeder Wahlzensus beseitigt werden. Den Prager Pfingstaufstand der Tschechen (11.-17. 6.) unterdr√ľckte A. F√ľrst von Windischgr√§tz der √Ąltere gewaltsam. Auch in Italien erlangte die √∂sterreichische Staatsmacht mit den Milit√§raktionen von J. J. W. Graf von Radetzky wieder die Oberhand (v. a. Sieg bei Custoza, 25. 7.). In Ungarn bereitete sich der offene B√ľrgerkrieg vor. Die kaiserlich gesinnten Kroaten lehnten sich gegen das √úbergewicht der Magyaren auf, zwischen der kaiserlichen Regierung und dem ungarischen Reichstag kam es im September 1848 zum Bruch. Eine neue Erhebung in Wien (¬ĽSeptemberunruhen¬ę) wurde erst am 31. 10. mit der Erst√ľrmung der Stadt durch die Truppen von F√ľrst Windischgr√§tz beendet, mehrere Anf√ľhrer des Aufstands wurden standrechtlich erschossen, auch R. Blum (9. 11.). Schon vorher hatte ein kaiserliches Manifest den am 22. 7. zusammengetretenen Reichstag vertagt und auf den 15. 11. nach Kremsier berufen. An die Spitze eines neuen Ministeriums trat Felix F√ľrst zu Schwarzenberg (21. 11. 1848). Kaiser Ferdinand dankte am 2. 12. 1848 zugunsten seines Neffen Franz Joseph I. ab.
 
In Kremsier (ab 22. 10. 1848) konnte sich die Regierung mit dem Reichstag nicht verst√§ndigen, sie l√∂ste ihn am 5. 3. 1849 auf und oktroyierte am 4. 3. eine konstitutionelle (gro√ü√∂sterreichische Gesamtstaats-)Verfassung (¬ĽM√§rzverfassung¬ę). Ungarn, das sich im April unter L. Kossuth f√ľr unabh√§ngig erkl√§rt hatte, wurde mit russischer Hilfe unterworfen; am 13. 8. 1849 kapitulierte der ungarische Oberbefehlshaber A. von G√∂rgey bei Vil√°gos (Ňěiria, Rum√§nien).
 
Nur in Deutschland hatte √Ėsterreich die alte Stellung noch nicht wieder erreicht. An den Wahlen zur Frankfurter Nationalversammlung waren auch die √∂sterreichisch-b√∂hmischen Kronl√§nder beteiligt gewesen, aber bei den Verfassungsberatungen bildete sich der Gegensatz zwischen Gro√üdeutschen und Kleindeutschen aus. Zwar wurde Erzherzog Johann zum Reichsverweser gew√§hlt (29. 6. 1848), doch neigte die Mehrheit des Parlaments immer st√§rker einem kleindeutschen Bundesstaat unter Preu√üens Leitung zu. Schwarzenberg widersetzte sich entschieden jeder kleindeutschen L√∂sung und erzwang 1850 in der Olm√ľtzer Punktation die Wiederherstellung des Deutschen Bundes.
 
 Verfassungs- und Nationalitätenkämpfe
 
Nachdem √Ėsterreich seine Machtstellung im Deutschen Bund zur√ľckgewonnen hatte, siegte im Innern die Reaktion: Mit dem ¬ĽSilvesterpatent¬ę vom 31. 12. 1851 hob Schwarzenberg die M√§rzverfassung mit den Grundrechten auf. Nach seinem Tod betrieb Innenminister A. von Bach eine Abkehr von Metternichs System durch einen entschiedenen Zentralismus (Ungarn einbegriffen), durch Reform der inneren Verwaltung und seine Wendung zu einer klerikalen Kirchenpolitik. Das Konkordat vom 18. 8. 1855 stellte die Volks-, zum Teil auch die Mittelschule unter die Aufsicht der Geistlichkeit.
 
In der Au√üenpolitik mehrten sich die Spannungen zwischen Preu√üen und √Ėsterreich in der Bundesf√ľhrung. Im Frankfurter Bundestag trat der preu√üische Gesandte O. von Bismarck als entschiedener Gegner der √∂sterreichischen Politik auf. Verh√§ngnisvoll wurde die bewaffnet neutrale und vermittelnde Haltung im Krimkrieg, wodurch sich √Ėsterreich die dauernde Feindschaft Russlands zuzog.
 
In Italien erreichte C. Graf Cavour ein B√ľndnis mit Frankreich; im Fr√ľhjahr 1859 kam es zum Krieg zwischen √Ėsterreich und Napoleon III. Bei Magenta (4. 6.) und Solferino (24. 6.) erlitt √Ėsterreich schwere Niederlagen. Als Preu√üen am Rhein einzugreifen drohte, schloss Napoleon den Frieden von Villafranca (11. 7.), durch den √Ėsterreich die Lombardei verlor.
 
Diese Niederlage hatte einen inneren Umschwung zur Folge: Das Oktoberdiplom (20. 10. 1860) versuchte, √Ėsterreich auf f√∂deralistischer Grundlage neu zu gestalten, auf den Landtagen der einzelnen Kronl√§nder wurde der neue Reichsrat aufgebaut. Aber diese L√∂sung konnte gegen den Widerstand der zentralistisch gesinnten Deutschliberalen nicht durchgef√ľhrt werden. Im Februarpatent (26. 2. 1861) verk√ľndete A. Ritter von Schmerling eine neue Gesamtstaatsverfassung und neue Landesstatute f√ľr die deutsch-slawischen Kronl√§nder; neben dem allgemeinen Reichsrat (Herrenhaus und Abgeordnetenhaus) war ein engerer Reichsrat vorgesehen, der die Interessen der deutsch-slawischen L√§nder - ohne Ungarn und seine Nebenl√§nder - beraten sollte, aber am Widerstand der nichtdeutschen Teilnehmer Ende 1864 scheiterte. Der deutsch-liberale Kurs im Innern machte eine engere Verbindung mit Gesamtdeutschland notwendig. Die Au√üenpolitik suchte sich der wieder anschwellenden nationalen Bewegung Deutschlands zu n√§hern. Der Versuch einer Bundesreform auf dem Frankfurter F√ľrstentag (17. 8.-1. 9. 1863) scheiterte an der Absage Preu√üens.
 
Hingegen gelang Bismarck im d√§nisch-deutschen Konflikt √ľber die schleswig-holsteinische Frage im November/Dezember 1863 ein B√ľndnis mit √Ėsterreich. So lie√üen √Ėsterreich und Preu√üen ihre Truppen in Holstein einmarschieren und verb√ľndeten sich (Punktation vom 16. 1. 1864) auch zur Besitznahme Schleswigs; der siegreiche 2. Deutsch-D√§nische Krieg (ab 1. 2.) endete mit dem Wiener Frieden (30. 10. 1864). Dem Einvernehmen der beiden deutschen Gro√üm√§chte folgte jedoch bald der alte Gegensatz. √Ėsterreich widersetzte sich der erstrebten Einverleibung Schleswig-Holsteins in Preu√üen; die Gasteiner Konvention vom 14. 8. 1865 schob den drohenden Bruch nur auf.
 
Im Innern vollzog sich ein Umschwung, da die Versuche, Ungarn zu gewinnen, gescheitert waren. Der versch√§rfte Gegensatz zu Preu√üen f√ľhrte zum Deutschen Krieg von 1866. √Ėsterreich musste der Neuordnung der deutschen Verh√§ltnisse durch Preu√üen (Aufl√∂sung des Deutschen Bundes, Gr√ľndung des Norddeutschen Bundes) zustimmen. An Italien trat es ungeachtet der Siege bei Custoza (24. 6.) und Lissa (20. 7.) im Wiener Frieden am 3. 10. 1866 Venetien ab.
 
¬†√Ėsterreich-Ungarn 1867-1918
 
Der Verlust der Vorherrschaft in Deutschland n√∂tigte die habsburgische Monarchie, sich mit den Magyaren zu verst√§ndigen. F. Graf Beust, seit Oktober 1866 Au√üenminister und bald darauf auch Ministerpr√§sident, f√ľhrte den Ausgleich mit Ungarn herbei, der am 8. 2. 1867 in Wien beschlossen wurde (Vertrag vom 12. 6.): Die Sonderverfassung Ungarns von 1848 wurde am 18. beziehungsweise 27. 2. wiederhergestellt, am 8. 6. wurden Franz Joseph und Elisabeth von Ungarn gekr√∂nt. So entstand die Doppelmonarchie, eine Realunion der beiden selbstst√§ndigen Staaten √Ėsterreich und Ungarn (√Ėsterreich-Ungarn); Kroatien (Kroatisch-Ungarischer Ausgleich, 1868) und Siebenb√ľrgen fielen an Ungarn zur√ľck. Transleithanien (Ungarn mit seinen Nebenl√§ndern) und Zisleithanien (die deutsch-slawischen Kronl√§nder) erhielten eine Verfassung, die zwischen Zentralismus und F√∂deralismus zu vermitteln suchte (Dezemberverfassung, 21. 12. 1867). Beide Staaten waren unter dem gemeinsamen Staatsoberhaupt als konstitutionelle Monarchien organisiert, drei gemeinsame Ministerien f√ľr Au√üenpolitik, Heerwesen und Finanzen zust√§ndig.
 
Transleithanien entwickelte sich selbstst√§ndig, Zisleithanien wurde immer st√§rker in den Kampf der Nationalit√§ten verwickelt. Zun√§chst beanspruchte das √∂sterreichische Deutschtum - zahlenm√§√üig, wirtschaftlich und kulturell f√ľhrend - noch die politische Leitung. In beiden H√§usern des Reichsrats erlangte die deutsch-liberale Verfassungspartei die Mehrheit; auf sie st√ľtzte sich das B√ľrgerministerium 1867 bis 1870 und erreichte die Aufhebung des Konkordats von 1855, die Einf√ľhrung liberaler Schul- und Ehegesetze, die Besserung der Finanzlage und die Einf√ľhrung der allgemeinen Wehrpflicht. Diesem deutsch-zentralistischen System widersetzten sich die Tschechen, die im August 1868 dem b√∂hmischen und m√§hrischen Landtag Deklarationen vorlegten mit der Forderung nach Eigenstaatlichkeit der L√§nder der b√∂hmischen Krone. Den Polen in Galizien wurde 1868 das Zugest√§ndnis der polnischen Amtssprache gemacht.
 
Die ausw√§rtige Politik versuchte, die s√ľddeutschen Staaten selbstst√§ndig zu erhalten, trotz franz√∂sischer B√ľndnisversuche blieb √Ėsterreich im Deutsch-Franz√∂sischen Krieg von 1870/71 neutral. - Im Innern bem√ľhte sich Kaiser Franz Joseph nach der Entlassung des B√ľrgerministeriums (1870) vergeblich um einen Ausgleich mit Tschechen und Polen. Das Kabinett unter Ministerpr√§sident K. S. Graf Hohenwart scheiterte mit seinem f√∂deralistischen Programm am Widerstand sowohl der Deutschliberalen als auch der Ungarn. Gegen das folgende Ministerium unter A. F√ľrst Auersperg opponierten die Tschechen, die sich mit ihren 18 Fundamentalartikeln auf das b√∂hmische Staatsrecht beriefen (1871).
 
Das von Au√üenminister G. Graf Andr√°ssy, der sich dem Deutschen Reich immer mehr n√§herte, eingeleitete Dreikaiserverh√§ltnis (1872/73) wurde bald durch den russisch-√∂sterreichischen Gegensatz in den Balkanfragen ersch√ľttert. Hier stie√ü √Ėsterreich, das sich nach seiner Verdr√§ngung aus Deutschland und Italien den Balkanl√§ndern zuwandte, auf den russischen Panslawismus (¬Ľs√ľdslawische Frage¬ę). Auf dem Berliner Kongress (1878) erlangte √Ėsterreich die Zustimmung zur Besetzung der t√ľrkischen Provinzen Bosnien und Herzegowina, nach einem Abkommen mit der Pforte (1879) auch des Sandschak Novi Pazar, in dem aber nur wenige Garnisonen errichtet wurden.
 
Innenminister E. Graf Taaffe erreichte die R√ľckkehr der Tschechen in den Reichsrat. Taaffe, seit 1879 auch Ministerpr√§sident, kam den nicht deutschsprachigen Gruppen weit entgegen, er erlie√ü Verordnungen √ľber die Doppelsprachigkeit der Beh√∂rden f√ľr B√∂hmen und M√§hren (1880), f√ľr die slowenischen Gebiete (1882) und f√ľr √Ėsterreichisch-Schlesien (1882); in Prag wurde 1882 eine eigene tschechische Universit√§t errichtet. Die nationalen Bewegungen wurden immer radikaler: In B√∂hmen r√ľckten die Jungtschechen vor die konservativ-feudalen Alttschechen, dem traditionellen Liberalismus der Deutschen trat in den 1880er-Jahren die deutschnationale Bewegung entgegen. Die alte deutsche Verfassungspartei ging nach mehrfacher Wandlung 1888 in der Vereinigten Deutschen Linken auf und stellte 1891 im Reichsrat die st√§rkste Fraktion, aber das Einvernehmen war von kurzer Dauer. Taaffe sah sich im Oktober 1893 zum R√ľcktritt gezwungen; eine Entspannung war ihm nicht gelungen, nur die Wirtschaftspolitik war fruchtbar gewesen: Eisenbahnen wurden verstaatlicht, hohe Schutzz√∂lle f√∂rderten Industrie und Landwirtschaft, der Staatshaushalt war gefestigt; eine sozialpolitische Gesetzgebung wurde durchgef√ľhrt (Sonntagsruhe, H√∂chstarbeitszeit, Unfall- und Krankenversicherung).
 
Um 1880 begannen sich nach Lockerung des Wahlzensus neue Parteien zu bilden. Die Konservativen wurden durch die auf das Kleinb√ľrgertum, sp√§ter die Bauern gest√ľtzte Christlichsoziale Partei (CP) unter F√ľhrung K. Luegers ersetzt. Die Sozialdemokraten, die V. Adler auf dem Parteitag in Hainfeld (30. 12. 1888-1. 1. 1889) einigte, organisierten die Arbeiterschaft; 1911 zerfielen sie in eine deutsche und eine tschechische Partei. Die Liberalen f√§cherten sich in Radikale (Alldeutsche unter G. von Sch√∂nerer und K. H. Wolf) und Gem√§√üigte auf, wobei die Lage in den Sudetenl√§ndern ma√ügebend war. Der 1907 erstmals nach dem allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrecht (der M√§nner) gew√§hlte Reichsrat bestand aus 96 Christlichsozialen und Konservativen, 87 Sozialdemokraten sowie 90 Abgeordneten des Deutschen Nationalverbandes.
 
Die ausw√§rtige Politik √Ėsterreich-Ungarns hatte durch den Abschluss des Zweibunds mit dem Deutschen Reich 1879 eine neue Grundlage erhalten. Die so eingeleitete B√ľndnispolitik wurde weiter fortgesetzt; 1881 wurde der Dreikaiserbund von 1872 erneuert, er zerbrach aber w√§hrend der russisch-bulgarischen Krise (1887/88). Dem Zweibund folgte 1882 der Dreibund mit dem Deutschen Reich und Italien, ein B√ľndnis, das von Anfang an infolge des italienischen Irredentismus, der die Vereinigung des Trentino, der Grafschaft G√∂rz, Triests, Istriens, Fiumes und Dalmatiens mit Italien erstrebte, zweifelhaft war. Erg√§nzt wurden Zweibund und Dreibund durch Sondervertr√§ge des Deutschen Reichs und √Ėsterreich-Ungarns mit Rum√§nien (1883) und durch das Mittelmeerabkommen zwischen Gro√übritannien, Italien und √Ėsterreich-Ungarn (1887). Die ohne Kontakte mit deutschen Parteien gew√§hrten Zugest√§ndnisse von Ministerpr√§sident K. Graf Badeni (1895-97) an die Tschechen (Sprachverordnungen, 1899 wieder aufgehoben) versch√§rften den Nationalit√§tenstreit, der jetzt alle Lebensbereiche beherrschte und den Gesamtstaat bedrohte. Der Ausgleich mit Ungarn wurde 1902 zun√§chst nur durch ein vorl√§ufiges Abkommen √ľber den Fortbestand des gemeinsamen Wirtschaftsgebiets erneuert (1903 trotz tschechischer Obstruktion vom √∂sterreichischen Abgeordnetenhaus angenommen). Der ungarische Reichstag verschleppte aber nicht nur den endg√ľltigen Abschluss des Ausgleichs, sondern verhinderte, da der Kaiser die Forderung nach Abschaffung der deutschen Kommandosprache in den ungarischen Regimentern abgelehnt hatte, die Bewilligung der Wehrvorlage; dieser Kampf zog sich bis 1912 hin.
 
Der √∂sterreichisch-russische Gegensatz wurde vor√ľbergehend gemildert (Besuch Kaiser Franz Josephs in Sankt Petersburg 1897). Doch nach der Niederlage gegen Japan 1904/05 wandte sich Russland wieder einer panslawistischen Balkanpolitik zu. Serbien gab unter der Dynastie KarańĎorńĎevińá, die 1903 auf den Thron gelangt war, die Anlehnung an √Ėsterreich auf und arbeitete, von der russischen Diplomatie gef√∂rdert, auf die Trennung der s√ľdslawischen Gebiete von der habsburgischen Monarchie hin. Die Annexion Bosniens und der Herzegowina (1908) durch √Ėsterreich versch√§rfte den Gegensatz zu Serbien und l√∂ste eine europ√§ische Krise aus. Angesichts der zunehmenden Gefahren propagierte F. Conrad von H√∂tzendorf, seit 1906 Generalstabschef, einen Pr√§ventivkrieg gegen Serbien und Italien, aber Kaiser und Thronfolger hielten an der Friedenspolitik fest. In den Balkankriegen (1912/13) verhinderten v. a. die nachdr√ľcklichen Warnungen der deutschen Regierung das √∂sterreichische Eingreifen, das Conrad von H√∂tzendorf und der Au√üenminister L. Graf Berchtold forderten, um eine Vergr√∂√üerung Serbiens zu verhindern. Erst nach der Ermordung des Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo (28. 6. 1914) gab die Regierung die Friedenspolitik auf.
 
Die den Ersten Weltkrieg ausl√∂sende Kriegserkl√§rung an Serbien vom 28. 7. 1914 sollte √Ėsterreich-Ungarns Einfluss auf dem Balkan st√§rken, doch gelang kein rascher Sieg. Nach schweren R√ľckschl√§gen (Verlust Galiziens, Karpatenschlacht) konnte 1915 Russisch-Polen besetzt werden. Der Versuch, ein K√∂nigreich Polen unter einem Habsburger zu errichten, stie√ü auf Widerstand des Deutschen Reiches, mit dem zusammen am 5. 11. 1916 nur ein K√∂nigreich Polen ohne Grenzfestsetzung ausgerufen wurde. Trotz des Angebotes, das Trentino abzutreten und Triest zur Freistadt zu machen, erkl√§rte am 23. 5. 1915 Italien den Krieg, im Juni 1916 auch Rum√§nien. Mit deutscher Hilfe konnten weite Gebiete des Balkans erobert werden, die Front gegen Italien hielt. Neben der wachsenden wirtschaftlichen Belastung wurde die innere Situation durch das Unabh√§ngigkeitsstreben der V√∂lker erschwert (Exilregierungen der Tschechen und Polen, Bildung der Tschechischen Legionen). Am 21. 10. 1916 wurde Ministerpr√§sident K. Graf St√ľrgkh ermordet. Sein Nachfolger, E. von Koerber, versuchte, zur Konsolidierung im Innern den 1914 vertagten Reichsrat wieder einzuberufen, scheiterte jedoch wegen des Todes von Kaiser Franz Joseph. Erst 1917 trat der Reichsrat wieder zusammen. Im Fr√ľhjahr 1918 f√ľhrte die Sixtus-Aff√§re zu einer noch gr√∂√üeren Abh√§ngigkeit vom Deutschen Reich. Die Sonderfrieden mit Russland, der Ukraine und Rum√§nien 1918 brachten keine Entlastung. Nach dem Zusammenbruch der bulgarischen Front (September 1918) wurde den USA am 4. 10. 1918 ein Friedensangebot aufgrund der Vierzehn Punkte W. Wilsons √ľbermittelt. Ende Oktober 1918 brach die italienische Front zusammen; am 3. 11. 1918 wurde der Waffenstillstand geschlossen.
 
 Die Erste Republik
 
Der √úbergang von der Monarchie zur Republik (1918-20):
 
Mit der milit√§rischen Niederlage zerbrach das Staatsgef√ľge der Habsburgermonarchie. Die Parteien des Reichsrates bekannten sich zum Selbstbestimmungsrecht der V√∂lker. Am 16. 10. 1918 verk√ľndete Kaiser Karl I. ein ¬ĽV√∂lkermanifest¬ę, in dem er die Grundz√ľge eines neuen, nach nationalen Grunds√§tzen aufzubauenden Staates mit monarchischer Spitze entwarf. Jeder ¬ĽVolksstamm¬ę sollte auf seinem Gebiet im Rahmen eines Bundesstaates ein eigenes nationales Gemeinwesen gr√ľnden; dabei sollten sich die Reichsratsabgeordneten jeder ¬ĽNation¬ę des Habsburgerstaates als Nationalrat konstituieren. Mit dem Umbau der Donaumonarchie suchte Karl I. vergeblich, der Aufl√∂sung seines Reiches entgegenzuwirken.
 
In Ankn√ľpfung an das ¬ĽV√∂lkermanifest¬ę erkl√§rten sich die Reichsratsabgeordneten der deutschsprachigen Siedlungsgebiete der zisleithanischen Reichsh√§lfte in Wien am 21. 10. 1918 zur Provisorischen Nationalversammlung des selbstst√§ndigen deutsch-√∂sterreichischen Staates. Am 3. 11. 1918 schloss die (letzte) kaiserlich-k√∂nigliche Regierung unter H. Lammasch den Waffenstillstand mit den Alliierten und l√∂ste in der Folgezeit die kaiserlich-k√∂nigliche Armee auf. Nach dem Regierungsverzicht Karls I. und dem R√ľcktritt der Regierung Lammasch (11. 11. 1918) im Gefolge der ¬ĽNovemberrevolution¬ę proklamierte die Provisorische Nationalversammlung am 12. 11. 1918 die Republik ¬ĽDeutsch-√Ėsterreich¬ę und erkl√§rte diese zum Bestandteil der ¬ĽDeutschen Republik¬ę (Deutsch√∂sterreich; faktisch nicht vollzogen). Der Sozialdemokrat K. Renner √ľbernahm als Staatskanzler offiziell die F√ľhrung der Regierung, nachdem er sich bereits seit dem 30. 10. - parallel zur noch amtierenden Regierung Lammasch - als Leiter der Staatskanzlei mit dem Aufbau einer neuen Regierung befasst hatte. Aus allen in der Nationalversammlung vertretenen Parteien bildete er eine Koalitionsregierung, die in der Folgezeit das Verh√§ltniswahlrecht (anstelle des bisherigen Mehrheitswahlrechts) und das Stimmrecht f√ľr Frauen einf√ľhrte. Aus den Wahlen vom 16. 2. 1919 ging die Sozialdemokratische Partei (SP) als st√§rkste politische Kraft hervor; sie gewann 72 Sitze, die Christlichsoziale Partei (CP) 69, deutschnationale Gruppen 26 und andere drei. Als Pr√§sident der Nationalversammlung war K. Seitz 1919/20 zugleich Staatsoberhaupt. Renner trat als Staatskanzler an die Spitze einer Regierung der gro√üen Koalition von SP und CP, der bedeutende Pers√∂nlichkeiten aus beiden Parteien angeh√∂rten: J. Fink (Vizekanzler, CP), O. Bauer (√Ąu√üeres, SP), J. Deutsch (Heerwesen, SP), J. Schumpeter (Finanzen, parteilos) und Ferdinand Hanusch (* 1866, ‚úĚ 1923; Soziale Verwaltung, SP; f√ľhrendes Mitglied der √∂sterreichischen Arbeiterbewegung, 1907-18 Abgeordneter des Reichsrates). Neben den schweren Problemen des wirtschaftlichen Neuaufbaus und der katastrophalen Ern√§hrungslage (v. a. in Wien) hatte sich die Regierung Renner innenpolitisch mit revolution√§ren Str√∂mungen, die v. a. in der bayerischen und ungarischen R√§terepublik R√ľckhalt fanden, und der Gef√§hrdung des Staatsgebietes durch territoriale Anspr√ľche der meist neu entstandenen Nachbarstaaten zu befassen; besonders in K√§rnten kam es zu K√§mpfen (Januar-Mai 1919) zwischen K√§rntner Freiwilligenverb√§nden und Truppen des ¬ĽK√∂nigreichs der Serben, Kroaten und Slowenen¬ę (des sp√§teren Jugoslawien). Am 3. 4. 1919 hob die Nationalversammlung alle Herrscherrechte der Habsburger auf, zog deren Verm√∂gen ein und verwies alle Angeh√∂rigen des Hauses Habsburg-Lothringen, sofern sie nicht auf ihre Vorrechte verzichteten, des Landes (¬ĽHabsburgergesetz¬ę). Mit zahlreichen Sozialgesetzen (u. a. Einf√ľhrung des Achtstundentages und des Arbeitsurlaubes, Regelung der Frauen- und Kinderarbeit, Bestimmungen √ľber Kollektivvertr√§ge und Nachtarbeit, Einf√ľhrung von Arbeiterkammern) suchte die Regierung die sozialen Spannungen abzubauen und revolution√§re Str√∂mungen zur√ľckzudr√§ngen. Unter dem Druck der Siegerm√§chte nahm die Nationalversammlung am 10. 9. 1919 den Friedensvertrag von Saint-Germain-en-Laye (Pariser Vorortvertr√§ge) an: Der Republik √Ėsterreich wurde die F√ľhrung des Namens ¬ĽDeutsch-√Ėsterreich¬ę und der ¬ĽAnschluss¬ę an das Deutsche Reich verboten und der Verzicht u. a. auf S√ľdtirol und die sudetendeutschen L√§nder auferlegt; das Burgenland kam an √Ėsterreich. Neben Deutschland traf √Ėsterreich der Vorwurf der Alleinschuld am Ersten Weltkrieg.
 
Aufbau und Krisen (1920-26):
 
Gepr√§gt vom gegenseitigen Misstrauen in das demokratische Verhalten des anderen Partners, zerbrach im Juni 1920 die gro√üe Koalition aus CP und SP; zur Verabschiedung der Bundesverfassung (1. 10. 1920; in Kraft seit dem 10. 11. 1920) und der Durchf√ľhrung von Wahlen (17. 10. 1920) bildeten jedoch beide Parteien eine ¬ĽProporzregierung¬ę unter dem Vorsitz von Michael Mayr (CP; * 1864, ‚úĚ 1922). Bei den Wahlen zum Nationalrat (1920, 1923 und 1927) setzte sich die CP gegen√ľber der SP als st√§rkste politische Kraft durch und stellte in Koalition mit kleineren b√ľrgerlichen Parteien, der Gro√üdeutschen Volkspartei (GVP) und dem Landbund (LB), meist den Bundeskanzler. Erster Bundespr√§sident war 1920-28 der Parteilose M. Hainisch. W√§hrend die SP seit 1920 auf Bundesebene in Opposition stand, baute sie in Wien unter den B√ľrgermeistern J. Reumann (1919-23) und K. Seitz (1923-34) ihre Machtstellung aus und pr√§gte in hohem Ma√üe durch Reformen das moderne Profil der Stadt.
 
Die innere und √§u√üere Konsolidierung der neu entstandenen Republik war das entscheidende Problem der ersten Bundesregierungen unter den Bundeskanzlern Mayr (Juli 1920 bis Juni 1921), J. Schober (parteilos; Juni 1921 bis Mai 1922), I. Seipel (CP; Mai 1922 bis November 1924) und Rudolf Ramek (CP; * 1881, ‚úĚ 1941; November 1924 bis Oktober 1926).
 
Am 10. 10. 1920 entschied sich die Bev√∂lkerung des s√ľdlichen K√§rnten in einer (im Vertrag von Saint-Germain-en-Laye vorgesehenen) Volksabstimmung f√ľr den Verbleib bei √Ėsterreich. Ungedeckt durch den Friedensvertrag und ohne Billigung der Regierung Mayr fanden im Fr√ľhjahr 1921 Abstimmungen in Tirol und Salzburg √ľber den ¬ĽAnschluss¬ę √Ėsterreichs an das Deutsche Reich statt, die jedoch v√∂lkerrechtlich unwirksam blieben. In Vorarlberg zeigten sich Tendenzen f√ľr eine Vereinigung mit der Schweiz. Gesellschaftspolitisch gesehen, versch√§rften die angespannte Ern√§hrungslage und der Verfall der W√§hrung (¬Ľgaloppierende¬ę Inflation) die innenpolitischen Spannungen. Unter Anerkennung des Verbleibs der sudetendeutschen Gebiete im tschechoslowakischen Staatsverband erhielt die Regierung Schober (unter scharfer Kritik vonseiten der Sozialdemokratie) im Vertrag von Lana (bei Prag, 16. 12. 1921) einen Kredit in H√∂he von 500 Mio. Tschechenkronen. In Verhandlungen mit den Regierungen Frankreichs, Gro√übritanniens, Italiens und der Tschechoslowakei schuf Bundeskanzler Seipel die Voraussetzungen f√ľr eine Sanierung v. a. des Staatshaushaltes: In den Genfer Protokollen vom 4. 10. 1922 √ľbernahmen die vier Verhandlungspartner √Ėsterreichs die Garantie f√ľr eine Anleihe von 650 Mio. Goldkronen, forderten aber als unerl√§ssliche Voraussetzung eine vierj√§hrige Finanzkontrolle des V√∂lkerbundes und einen Verzicht auf den ¬ĽAnschluss¬ę an das Deutsche Reich. Gegen den Widerstand der Sozialdemokratie (¬ĽEntm√ľndigung¬ę √Ėsterreichs durch den V√∂lkerbund) nahm der Nationalrat die Genfer Protokolle an. Mit der Einf√ľhrung der Schilling-W√§hrung (10 000 Kronen = 1 Schilling) unter der Regierung Ramek (Dezember 1924) wurde die Sanierung der Staatsfinanzen abgeschlossen.
 
Eskalation der Gegensätze (1927-32):
 
Im Oktober 1926 wurde Seipel erneut Bundeskanzler, seit April 1929 gefolgt von den Regierungen unter Ernst Streeruwitz (bis 1919 Ernst Ritter von Streer, CP; * 1874, ‚úĚ 1952; Mai bis September 1929), Schober (September 1929 bis September 1930), K. Vaugoin (CP; September bis November 1930), O. Ender (CP; Dezember 1930 bis Juni 1931) und K. Buresch (CP; Juni 1931 bis Mai 1932). Die Kurzlebigkeit der meisten Kabinette in der Nachfolge der Regierung Seipel stand ganz im Zeichen der parteipolitischen und ideologischen Polarisierung zwischen ¬ĽAustromarxisten¬ę und ¬ĽAntimarxisten¬ę, d. h. zwischen der Sozialdemokratie, die im Rahmen ihres ¬ĽLinzer Programms¬ę (November 1926) ein ¬Ľsozialistisches √Ėsterreich¬ę aufbauen wollte, und den b√ľrgerlichen Kr√§ften, v. a. der CP, in der immer st√§rker st√§ndestaatliche Ideen in den Vordergrund traten. Versch√§rft wurden die Spannungen durch die Konfrontation ideologisch gegens√§tzlich ausgerichteter paramilit√§rischer Wehrverb√§nde, dem sozialdemokratischen Republikanischen Schutzbund auf der einen und rechtsradikalen ¬ĽFrontk√§mpfervereinigungen¬ę auf der anderen Seite. Als im Schattendorfer Prozess zwei Angeh√∂rige einer rechtsradikalen Gruppe, die bei einem Zusammensto√ü mit dem Republikanischen Schutzbund zwei Personen get√∂tet hatten, freigesprochen wurden, kam es im Juli 1927 zu militanten Demonstrationen sozialistisch orientierter Arbeiter (Brand des Wiener Justizpalastes). Seit der blutigen Unterdr√ľckung dieser Demonstrationen traten die Heimwehren, die sich unter F√ľhrung E. R. von Starhembergs ideologisch zunehmend am italienischen Faschismus (¬ĽAustrofaschismus¬ę) ausrichteten, im innenpolitischen Leben st√§rker hervor.
 
Am 5. 12. 1928 w√§hlte die Bundesversammlung W. Miklas zum Bundespr√§sidenten. Unter dem Eindruck der in Europa vordringenden autorit√§ren, antiparlamentarischen Tendenzen setzte die Regierung Schober auf Kosten der parlamentarischen Gremien die Volkswahl des Bundespr√§sidenten durch (Verfassungsreform vom 7. 12. 1929). 1930 wurden Vertreter der Heimwehren zum ersten Mal an der Regierung (Vaugoin) beteiligt. Nach den letzten Nationalratswahlen in der Ersten Republik (9. 11. 1930), bei denen die SP wieder st√§rkste Partei wurde, aber von der Regierung ausgeschlossen blieb, wurde die Regierungsbildung √§u√üerst schwierig. Die Heimwehren gewannen als ¬ĽHeimatblock¬ę im Nationalrat eine eigene Vertretung. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise (seit 1929; Arbeitslosigkeit im Februar 1932: 430 000 Personen; Zerr√ľttung der Staatsfinanzen besonders infolge der Staatshaftung f√ľr den Zusammenbruch der ¬Ľ√Ėsterreichischen Creditanstalt¬ę, 1931) versch√§rften die innenpolitische Radikalisierung. Der Plan einer deutsch-√∂sterreichischen Zollunion scheiterte 1931 v. a. am Widerstand Frankreichs.
 
Das autoritäre Herrschaftssystem (1932-38):
 
Im Mai 1932 trat
 
E. Dollfu√ü als Bundeskanzler an die Spitze einer Koalitionsregierung aus Christlichsozialen, Landbund und Heimatblock. Unter erneuter Anerkennung des Anschlussverbots erlangte √Ėsterreich im Lausanner Protokoll (15. 7. 1932) eine internationale Anleihe von 300 Mio. Schilling (mit vierj√§hriger Finanzkontrolle des V√∂lkerbundes). Gest√ľtzt auf das ¬ĽKriegswirtschaftliche Erm√§chtigungsgesetz¬ę vom 24. 7. 1917 nahm Dollfu√ü unter dem Eindruck seiner knappen parlamentarischen Mehrheit (eine Stimme) eine momentane Beschlussunf√§higkeit des Nationalrates (4. 3. 1933) zum Anlass, diesen staatsstreichartig auszuschalten, und errichtete auf dem Wege von Notverordnungen ein autorit√§res Regierungssystem. Er l√∂ste den Republikanischen Schutzbund auf und setzte die Heimwehren (vom faschistischen Italien mit Geld und Waffen unterst√ľtzt) als ¬ĽNotpolizei¬ę ein. Im Kampf gegen die Sozialdemokratie und den seit 1932 stark zunehmenden Nationalsozialismus gr√ľndete er als (parteien√ľbergreifende, sp√§ter Parteien ersetzende) politische Plattform seiner Herrschaft im Mai 1933 die Vaterl√§ndische Front. Au√üenpolitisch sicherte Dollfu√ü sein Regierungssystem durch eine enge Zusammenarbeit mit dem faschistischen Italien (Treffen mit B. Mussolini in Riccione, August 1933). - Im September 1933 konnten die Heimwehren mit der Besetzung des Vizekanzleramtes (zun√§chst E. Fey, dann Starhemberg) ihre Position in der Regierung Dollfu√ü st√§rken. Zur selben Zeit richtete diese ¬ĽAnhaltelager¬ę (W√∂llersdorf und Kaisersteinbruch in Nieder√∂sterreich) zur Internierung politischer H√§ftlinge ein. Aktionen der Heimwehren gegen die Sozialdemokraten l√∂sten 1934 die Februarunruhen aus, die von Regierungstruppen, Polizei und Heimwehreinheiten blutig niedergeschlagen wurden; SP und Gewerkschaften wurden verboten, sozialdemokratische Landes- und Gemeindeverwaltungen abgesetzt. Mit der Zerst√∂rung der √∂sterreichischen Arbeiterbewegung schuf Dollfu√ü die Voraussetzung f√ľr eine schon fr√ľher ins Auge gefasste Zusammenarbeit mit dem faschistischen Italien und mit Ungarn (R√∂mische Protokolle, 17. 3. 1934) und die Verk√ľndung der autorit√§r-st√§ndischen ¬ĽMaiverfassung¬ę (1. 5. 1934); gleichzeitig mit der Verfassung trat das am 5. 6. 1933 abgeschlossene Konkordat mit dem Heiligen Stuhl in Kraft.
 
Mit der Errichtung der NS-Diktatur in Deutschland (30. 1. 1933) verst√§rkten die √∂sterreichischen Nationalsozialisten unter wachsendem Zulauf ihre terroristischen Aktionen zur Durchsetzung des ¬ĽAnschlusses¬ę an das Deutsche Reich. W√§hrend A. Hitler die √∂sterreichische Regierung mit der Gr√ľndung einer ¬Ľ√∂sterreichischen Legion¬ę unter Druck setzte, verbot Dollfu√ü im Juni 1933 die NSDAP und ihre Gliederungen in √Ėsterreich. Mit Wissen deutscher Stellen unternahmen √∂sterreichische Nationalsozialisten den Juliputsch (25. 7. 1934), bei dem Dollfu√ü ermordet wurde. Mit der von ihm geduldeten Niederschlagung des Putsches entzog Hitler den √∂sterreichischen Nationalsozialisten nach au√üen seine Unterst√ľtzung, v. a. um die aufgetretenen Spannungen zum faschistischen Italien abzubauen. Stattdessen sandte er den fr√ľheren deutschen Reichskanzler F. von Papen als Sonderbotschafter nach Wien, um durch ¬ĽGleichschaltung¬ę den ¬ĽAnschluss¬ę vorzubereiten.
 
K. von Schuschnigg, am 30. 7. 1934 von Bundespr√§sident Miklas zum Bundeskanzler ernannt, setzte zun√§chst auf der von Dollfu√ü geschaffenen autorit√§ren Basis die Politik seines Vorg√§ngers fort. Auf der Konferenz von Stresa (April 1935) erneuerten Frankreich, Gro√übritannien und Italien ihre fr√ľheren Erkl√§rungen (1934) zugunsten der √∂sterreichischen Souver√§nit√§t. Nach dem Zusammenbruch der Stresafront (infolge des √Ąthiopienkrieges Mussolinis seit Oktober 1935) sowie in Konsequenz der sich anbahnenden Ann√§herung zwischen Deutschland und Italien schloss Schuschnigg am 11. 7. 1936 mit der deutschen Regierung einen Vertrag, in dem sich seine Regierung auf der Grundlage gegenseitiger Nichteinmischung zu einer Au√üenpolitik als ¬Ľdeutscher Staat¬ę verpflichtete und alle in Haft befindlichen √∂sterreichischen Nationalsozialisten amnestierte. Zuvor hatte er im Mai 1936 Starhemberg (als Vertrauensmann Mussolinis) aus der Regierung ausgeschlossen. Indessen nahmen der nationalsozialistische Druck und die Unterwanderung v. a. des Regierungsapparates durch Parteig√§nger des Nationalsozialismus zu. Nach der Zusammenkunft Hitlers mit Schuschnigg in Berchtesgaden (12. 2. 1938) erzwang Hitler die Einsetzung des Nationalsozialisten A. Sey√ü-Inquart als Innenminister.
 
¬†√Ėsterreich als Teil des Deutschen Reiches
 
Unter dem Druck des nationalsozialistischen Deutschland gab Schuschnigg die von ihm f√ľr den 13. 3. 1938 geplante Volksabstimmung √ľber die Erhaltung der √∂sterreichischen Unabh√§ngigkeit auf und trat am 11. 3. 1938 zur√ľck. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen am 12. 3. vollzog der am 11. 3. von Bundespr√§sident Miklas zum Bundeskanzler ernannte Sey√ü-Inquart den ¬ĽAnschluss¬ę an das Deutsche Reich am 13. 3. (am 15. 3. Rede A. Hitlers auf dem Wiener Heldenplatz). Unter den Bedingungen einer Diktatur bejahte die Bev√∂lkerung am 10. 4. 1938 mit 99,6 % die vollzogene Annexion; zahlreiche Anh√§nger des Dollfu√ü-Schuschnigg-Regimes, Sozialisten und rassisch missliebige Personen waren bereits in das KZ Dachau oder seine √∂sterreichische Au√üenstelle Mauthausen (seit M√§rz 1939 zu einem eigenst√§ndigen Lager ausgebaut) eingeliefert worden; die deutsche Reichsregierung bezog √Ėsterreich in die allgemeine Judenverfolgung ein. Mit dem ¬ĽOstmarkgesetz¬ę vom 14. 4. 1939 wurde √Ėsterreich neu gegliedert (Reichsgaue statt Bundesl√§nder; 1943-45 zusammenfassend ¬ĽAlpen- und Donaureichsgaue¬ę genannt). 1939-45 nahmen √∂sterreichische Soldaten an den K√§mpfen des Zweiten Weltkriegs teil. Es bildeten sich Widerstandsgruppen (Sozialisten, Christlichsoziale, Anh√§nger der Monarchie), die untereinander Kontakt aufnahmen und auch Verbindung zu deutschen Widerstandsorganisationen suchten.
 
 Die Zweite Republik
 
Entstehung und Aufbau (1945-55):
 
In der ¬ĽMoskauer Deklaration der Vier Nationen¬ę vom 1. 11. 1943 proklamierten die USA, Gro√übritannien, die UdSSR und China die Wiederherstellung der Republik √Ėsterreich als eines ihrer Kriegsziele. In den von sowjetischen Truppen seit Ende M√§rz 1945 eroberten Gebieten des √∂stlichen √Ėsterreich (Einnahme von Wien am 13. 4.) bildete der Sozialdemokrat Renner am 27. 4. 1945 eine provisorische Regierung, die am selben Tage die Wiederherstellung der Republik √Ėsterreich verk√ľndete. Diese Regierung aus SP√Ė, der neu gegr√ľndeten √ĖVP und der KP√Ė f√ľhrte mit Wirkung vom 1. 5. 1945 die Verfassung von 1920 (in der Fassung von 1929) wieder ein und annullierte alle nationalsozialistisch bestimmten Gesetze. Am 20. 10. 1945 wurde die provisorische Regierung auch von den westlichen Besatzungsm√§chten anerkannt.
 
Nachdem Anfang Mai 1945 amerikanische, britische und franz√∂sische Truppen in das westliche √Ėsterreich einger√ľckt waren, √ľbernahmen die USA, die UdSSR, Gro√übritannien und Frankreich mit dem Ersten Kontrollratsabkommen (4. 7. 1945; Londoner Abkommen) die oberste Regierungsgewalt in √Ėsterreich und grenzten ihre Besatzungszonen gegeneinander ab. Zur sowjetischen Zone geh√∂rten: Burgenland, Nieder√∂sterreich und Ober√∂sterreich n√∂rdlich der Donau, zur amerikanischen Zone: Salzburg und Ober√∂sterreich s√ľdlich der Donau, zur britischen Zone: Steiermark, K√§rnten und Osttirol, zur franz√∂sischen Zone: Nordtirol und Vorarlberg. An der Spitze der Besatzungszonen standen Oberbefehlshaber, die als milit√§rische Kommissare den Alliierten Kontrollrat bildeten; ihm waren die √∂sterreichischen Gesetzgebungsorgane verantwortlich. Die Wiener Bezirke 2-21 wurden unter den Besatzungsm√§chten in vier Sektoren eingeteilt, der erste Wiener Bezirk (Innenstadt) von allen vier M√§chten abwechselnd besetzt. In Form der Alliierten Kommandantur wurde f√ľr Wien eine gemeinsame, von den Besatzungszonen gesonderte Verwaltung geschaffen. Im Zweiten Kontrollratsabkommen (28. 6. 1946) gaben die Siegerm√§chte den gesetzgebenden Organen gr√∂√üeren Entscheidungsspielraum.
 
Bei den ersten Nationalratswahlen (25. 11. 1945), an denen fr√ľhere Mitglieder der verbotenen NSDAP, SA und SS nicht teilnehmen durften, wurde die √ĖVP st√§rkste Partei (85 Abgeordnete), gefolgt von SP√Ė (76) und KP√Ė (4). Am 20. 12. 1945 w√§hlte der Nationalrat L. Figl (√ĖVP) zum Bundeskanzler, Renner (SP√Ė) zum Bundespr√§sidenten. Figl bildete eine Allparteienregierung, in der die SP√Ė mit A. Sch√§rf den Vizekanzler stellte. Im November 1947 schieden die Kommunisten aus der Regierungskoalition aus; zum Anlass nahmen sie dabei die Annahme der Marshallplanhilfe (1948-51: 1,6 Mrd. Dollar) und die Verabschiedung eines W√§hrungsschutzgesetzes zur Bek√§mpfung der Inflation.
 
Auf der Grundlage fester Koalitionsvereinbarungen bildeten √ĖVP und SP√Ė 1947-66 eine gro√üe Koalition, wobei die √ĖVP den Bundeskanzler, die SP√Ė den Vizekanzler stellte. Seit den Wahlen von 1949 wurden die Teilnahmebeschr√§nkungen f√ľr fr√ľhere Mitglieder der NSDAP allm√§hlich gelockert, sp√§ter aufgehoben. Die √ĖVP konnte ihre Position als st√§rkste Partei im Nationalrat behaupten (bis 1970). 1949 trat zum ersten Mal ein Verband der Unabh√§ngigen (VdU) hervor, der 1955/56 der Freiheitlichen Partei √Ėsterreichs (FP√Ė) wich. Seit 1947 verloren die Kommunisten ihr auf die sowjetische Besatzungsmacht gest√ľtztes starkes politisches Gewicht immer mehr. Mit einer Streikbewegung versuchten sie im Oktober 1950 vergeblich, die bestehende Gesellschaftsordnung nach volksdemokratischem Muster zu revolutionieren (u. a. von Bauarbeitern unter F. Olah verhindert). Unter den Bundespr√§sidenten Renner (bis 1950) und T. K√∂rner (1951-57) sowie den Bundeskanzlern Figl (bis 1953) und J. Raab (1953-61) vollzog sich auf parlamentarisch-demokratischer Basis der Aufbau der Zweiten Republik. Der wirtschaftliche Neubeginn war besonders in der sowjetischen Besatzungszone schwierig, da die UdSSR das fr√ľhere deutsche Eigentum unter Berufung auf das Potsdamer Abkommen (2. 8. 1945) beschlagnahmte (USIA), auf Demontagepl√§nen bestand sowie Nutzungsrechte bei der Erd√∂lf√∂rderung forderte (Gr√ľndung einer AG f√ľr √∂sterreichisch-russische Erd√∂lprodukte). Die westlichen Alliierten √ľbergaben das ¬Ľdeutsche Eigentum¬ę dem √∂sterreichischen Staat. Kamen 1946/47 zun√§chst sozialistische Vorstellungen zum Zug (Verstaatlichung von Grundstoffindustrien und Elektrizit√§tswirtschaft), setzten sich in den 50er-Jahren marktwirtschaftliche Vorstellungen durch. Mithilfe des Marshallplans konnte u. a. die Industrieproduktion gesteigert werden. Eine strenge Budgetpolitik und die Stabilisierung der W√§hrung (unter Finanzminister R. Kamitz, √ĖVP, 1952-60) leiteten einen wirtschaftlichen Aufschwung ein.
 
Bei der Neugestaltung der Au√üenpolitik erlaubten die Besatzungsm√§chte √Ėsterreich, diplomatische Beziehungen zu Mitgliedsl√§ndern der UNO aufzunehmen. Im Abkommen zwischen dem italienischen Ministerpr√§sidenten A. de Gasperi und dem Au√üenminister K. Gruber sicherte Italien 1946 S√ľdtirol Autonomie zu (Streitbeilegung am 19. 6. 1992 von den UN notifiziert). Nach langwierigen, durch den Ost-West-Konflikt erschwerten Verhandlungen (seit Januar 1947) erreichte die Regierung Raab (Au√üenminister Figl 1953-59) die Zustimmung der UdSSR (Moskauer Memorandum) und der Westm√§chte (Wiener Memoranden) zu einem √Ėsterreichischen Staatsvertrag (15. 5. 1955), der unter der Konsensformel ¬Ľimmer w√§hrender Neutralit√§t¬ę √Ėsterreich in die Unabh√§ngigkeit entlie√ü. Mit Beschluss vom 26. 10. 1955 erf√ľllte der Nationalrat diese Bedingung.
 
Vom Staatsvertrag zur Alleinregierung der SP√Ė (1955-70):
 
1957-65 war Sch√§rf, 1965-74 F. Jonas Bundespr√§sident, 1961-64 A. Gorbach und 1964-70 J. Klaus Bundeskanzler (1957-66 Vizekanzler B. Pittermann). Hatte die gro√üe Koalition ihre innere St√§rke aus der Erinnerung an den verh√§ngnisvollen Konflikt zwischen Sozialisten und B√ľrgerlich-Konservativen in der Zeit der Ersten Republik und in der Notwendigkeit einer gemeinsamen Haltung gegen√ľber den Besatzungsm√§chten nach dem Zweiten Weltkrieg bezogen, so nahm nach dem Gewinn der Unabh√§ngigkeit die Kritik an einem stark ausgerichteten Proporzdenken und dem Fehlen einer starken parlamentarischen Opposition zu; denn die FP√Ė, 1958-78 gef√ľhrt von F. Peter, besa√ü eine zu schmale parlamentarische Basis. Zeitweilig belastete die Frage einer Einreise Otto von Habsburg-Lothringens die √ĖVP/SP√Ė-Koalition stark. Bei den Nationalratswahlen 1966 errang die √ĖVP die absolute Mehrheit und stellte mit J. Klaus die Alleinregierung. - In seiner Au√üenpolitik war √Ėsterreich (seit 1955 Mitglied der UNO, seit 1956 des Europarates, seit 1960 der EFTA) weiterhin auf die Wahrung seiner Neutralit√§t bedacht. Es beteiligte sich an den Bem√ľhungen um die Entspannung im Ost-West-Konflikt. 1969 ratifizierte es den Kernwaffensperrvertrag; Wien wurde Sitz der Internationalen Atomenergie-Beh√∂rde (englische Abk√ľrzung IAEA) zur √úberwachung dieses Vertrags.
 
Die √Ąra Kreisky (1970-83):
 
Nachdem die SP√Ė 1970 st√§rkste Partei in der Nationalversammlung geworden war, bildete B. Kreisky (1959-66 Au√üenminister) eine sozialistische Regierung, von der FP√Ė in Sachfragen, u. a. bei der Wahlrechtsreform, gest√ľtzt. Bei den Wahlen von 1971, 1975 und 1979 gewann die SP√Ė die absolute Mehrheit der Mandate; dabei spielte die starke Ausstrahlungskraft Kreiskys in liberalen und konservativen Bev√∂lkerungsschichten eine gro√üe Rolle. In harten parlamentarischen Auseinandersetzungen mit der Opposition setzte die Regierung Kreisky u. a. eine Steuer-, Strafrechts-, Familienrechts-, Hochschul- und Rundfunkreform durch. Nach einer Verfassungs√§nderung wurde 1974 der Zivildienst als Wehrpflichtersatz f√ľr Kriegsdienstverweigerer in der Verfassung verankert.
 
Im Juni 1974 w√§hlte die Bev√∂lkerung den SP√Ė-Kandidaten R. Kirchschl√§ger (parteilos) zum Bundespr√§sidenten (1980 wieder gew√§hlt). Mit knapper Mehrheit (50,47 % : 49,53 %) lehnte die Bev√∂lkerung 1978 den Bau von Kernkraftwerken ab (Stopp der Bauarbeiten).
 
In der Au√üenpolitik scheiterten 1971 die √∂sterreichischen Bem√ľhungen um ein Assoziierungsabkommen mit der EG; stattdessen schloss die Regierung Kreisky 1972 ein Handelsabkommen mit der EG, mit der seit 1977 v√∂lliger Freihandel besteht. √úber das Volksgruppengesetz (1976) und den Ortstafelstreit kam es 1977 zu heftigen Spannungen mit Jugoslawien. √Ėsterreich nahm seit 1973 als einer der neutralen Staaten im Rahmen der Konferenz √ľber Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und ihren Nachfolgekonferenzen am Entspannungsprozess im Ost-West-Konflikt teil. 1979 wurde Wien neben New York und Genf ¬Ľdritte UNO-Stadt¬ę. Auf Zypern und an den arabisch-israelischen Demarkationslinien stellte √Ėsterreich seit den 70er-Jahren der UNO Truppen zur Friedenssicherung in diesen Gebieten zur Verf√ľgung. 1979 wurde die PLO bei der √∂sterreichischen Bundesregierung akkreditiert.
 
Die Koalitionen seit 1983:
 
Nachdem die SP√Ė bei den Nationalratswahlen 1983 ihre absolute Mehrheit verloren hatte, trat Kreisky als Bundeskanzler zur√ľck (24. 4.); sein Nachfolger F. Sinowatz (SP√Ė) f√ľhrte 1983-86 eine Koalition aus SP√Ė und FP√Ė (mehrfach umgebildet). Zu heftigen Kontroversen kam es anl√§sslich der Wahl von K. Waldheim zum Bundespr√§sidenten im 2. Wahlgang (8. 6. 1986; im Amt bis 1992); die Auseinandersetzungen um seine Vergangenheit als Offizier der deutschen Wehrmacht f√ľhrten auch zu au√üenpolitischen Belastungen, Sinowatz trat als Bundeskanzler zur√ľck. Am 16. 6. 1986 √ľbernahm F. Vranitzky (SP√Ė) das Amt des Bundeskanzlers, der nach dem Bruch der SP√Ė/FP√Ė-Koalition (September 1986) und den Wahlen vom 23. 11. 1986 (v. a. starke Gewinne f√ľr die FP√Ė, Einzug der Gr√ľnen ins Bundesparlament) im Januar 1987 mit der √ĖVP eine 2. Regierung der gro√üen Koalition bildete (erneuert nach den Wahlen vom 7. 10. 1990). Interregionale Kooperationen wie Arge Alp und Arge Alpen-Adria wurden ausgebaut. Heftigen innenpolitischen Wirbel gab es um die FP√Ė, in der 1986 J. Haider die F√ľhrung √ľbernahm (bis 2000). Mit seinem rechtsnationalen und rechtspopulistischen Programm konnte die Partei bis 1999 auch in Landtags- und Nationalratswahlen zunehmend erhebliche Stimmengewinne erzielen (zuletzt allerdings im Herbst 2000 Verluste).
 
Am 24. 5. 1992 w√§hlte die Bev√∂lkerung im zweiten Wahlgang T. Klestil, den Kandidaten der √ĖVP, zum Bundespr√§sidenten (im Amt seit 8. 7. 1992). Er wurde 1998, diesmal als √ľberparteilicher Kandidat, wieder gew√§hlt. Die von der Regierung Vranitzky eingeleitete Versch√§rfung des Asylrechts l√∂ste eine heftige innenpolitische Kontroverse aus; das von J. Haider und der FP√Ė im Januar 1993 initiierte Volksbegehren ¬Ľzur Ausl√§nderfrage¬ę (¬Ľ√Ėsterreich zuerst¬ę) hatte indes nicht den erhofften Erfolg. Ab 1993 kam es zu Briefbombenattentaten gegen Pers√∂nlichkeiten des √∂ffentlichen Lebens, u. a. 1993 gegen den Wiener B√ľrgermeister (bis 1994) Helmut Zilk, und gegen Angeh√∂rige nationaler Minderheiten (Aufkl√§rung Anfang 1999 abgeschlossen, 2000 Selbstmord des Einzelt√§ters). 1995 wurde ein Nationalfonds der Republik √Ėsterreich f√ľr NS-Opfer gestiftet. Bei den Wahlen zum Nationalrat am 9. 10. 1994, die die Opposition (FP√Ė, seit Januar 1995 ¬ĽDie Freiheitlichen¬ę; Gr√ľne) enorm st√§rkten, behauptete die sehr geschw√§chte SP√Ė dennoch ihre f√ľhrende Stellung und bildete unter Bundeskanzler Vranitzky zusammen mit der √ĖVP erneut eine gro√üe Koalition, die nach ihrem Bruch durch die √ĖVP und vorgezogene Neuwahlen am 17. 12. 1995 (u. a. St√§rkung der SP√Ė) noch einmal zustande kam. Nach dem R√ľcktritt Vranitzkys √ľbernahm V. Klima (SP√Ė) Ende Januar 1997 die F√ľhrung dieser Koalition. - Bei den Nationalratswahlen vom 3. 10. 1999 wurde die FP√Ė erstmals zweitst√§rkste Partei, nach der SP√Ė und knapp vor der √ĖVP. Nach gescheiterten Verhandlungen der SP√Ė mit der √ĖVP zur Fortsetzung der gro√üen Koalition (17. 12. 1999-21. 1. 2000) kam erst am 4. 2. 2000 eine Regierungsbildung unter Bundeskanzler W. Sch√ľssel (FP√Ė-√ĖVP-Koalition) zustande. Zuvor hatten sich beide Parteien auf eine Erkl√§rung √ľber die ¬ĽGrundwerte der europ√§ischen Demokratie¬ę (Vorbedingung von Bundespr√§sident T. Klestil) verpflichtet; gleichzeitig traten automatisch Sanktionen der EU zur politischen Isolierung √Ėsterreichs in Kraft, die erst am 13. 9. 2000 nach Fristsetzung von Sch√ľssel aufgehoben wurden. Vorausgegangen war eine diesbez√ľgliche positive Empfehlung der am 30. 6. von den 14 EU-Staaten bestellten und am 12. 7. ernannten Gutachter (¬Ľdrei Weise¬ę: M. O. Ahtisaari, Spaniens ehemaliger Au√üenminister Oreja und der deutschen V√∂lkerrechtler Frowein) vom 9. 9. √ľber die innenpolitische Lage √Ėsterreichs. Schon im Juli 2000 war auf Beschluss des Nationalrats eine ¬ĽStaatszielbestimmung zum Schutz der Volksgruppen¬ę in die Verfassung aufgenommen worden. Am 24. 10. 2000 unterzeichnete die Bundesregierung √Ėsterreichs mit den USA, Ungarn, der Tschechischen Republik, Polen, Wei√ürussland, Russland und der Ukraine ein Abkommen zur Entsch√§digung von NS-Zwangsarbeitern (Zwangsarbeit).
 
Ende 2001 hatte J. Haider den ¬ĽOrtstafelstreit¬ę in K√§rnten neu aufbrechen und eskalieren lassen. Wegen des von der FP√Ė - unter ma√ügeblichem Einsatz von Haider - am 14. 1. 2002 gestarteten Volksbegehrens gegen das tschechische Atomkraftwerk Temel√≠n, das im Ergebnis der populistisch gepr√§gten Kampagne der FP√Ė (seit Herbst 2001) etwa 915 000 Unterschriften fand und deshalb innerhalb von f√ľnf Monaten im Nationalrat behandelt werden muss, kam es Ende Januar 2002 zu einer ernsten Regierungskrise. Denn die √ĖVP und auch Bundeskanzler Sch√ľssel lehnen entgegen ihrem Koalitionspartner FP√Ė ein Veto gegen den EU-Beitritt Tschechiens ab.
 
√Ėsterreichs Beitritt zur EU:
 
Noch mit ausdr√ľcklichem Neutralit√§tsvorbehalt hatte die Regierung unter Vranitzky im Juli 1989 einen Aufnahmeantrag bei der EG gestellt. Mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes (1990/91) geriet die Frage der Neutralit√§t immer st√§rker in die innenpolitische Diskussion (u. a. Abl√∂sung des Staatsvertrages). Nach Verhandlungen (ab 1. 2. 1993) mit der EG schloss √Ėsterreich am 2. 3. 1994 einen Vertrag √ľber den Beitritt zur EU (nun ohne Erw√§hnung der Neutralit√§t). Nach dessen Billigung durch die Bev√∂lkerung in einer Volksabstimmung am 12. 6. 1994 (66,4 % der abgegebenen Stimmen) und der Unterzeichnung am 24. 6. 1994 beim EU-Gipfeltreffen in Korfu trat √Ėsterreich zum 1. 1. 1995 der Gemeinschaft bei. Im Februar 1995 folgte der Beitritt zum NATO-Programm ¬ĽPartnerschaft f√ľr den Frieden¬ę. Bei den ersten Direktwahlen zum Europ√§ischen Parlament am 13. 10. 1996 kam es zu einer Drittelung der Stimmen f√ľr √ĖVP (29,6 %; 7 Abgeordnete), SP√Ė (29,2 %; 7 Abgeordnete) und FP√Ė (27,6 %; 6 Abgeordnete), die Gr√ľnen erreichten 6,8 % (1 Abgeordneter); bei der Wahl zum Europ√§ischen Parlament am 13. 6. 1999 erlangte die SP√Ė (31,7 %; 7 Abgeordnete), gefolgt von der √ĖVP (30,7 %; 7 Abgeordnete), der FP√Ė (23,4 %; 5 Abgeordnete) und den Gr√ľnen (9,3 %; 2 Abgeordnete).
 
Grunds√§tzlich gewann die Bev√∂lkerung zun√§chst weiter Vertrauen zur EU. Allerdings begann Ende November 2000, auch unter dem Einfluss der EU-Sanktionen wegen der Regierungsbeteiligung der FP√Ė, ein Volksbegehren zum Austritt aus der EU (nach einem Beschluss vom 4. 7. 2000). Die internationale Kosovokrise 1999 sowie besonders der Terrorangriff auf die USA im September 2001 verst√§rkten die Diskussion um die strategische Ausrichtung der Sicherheitspolitik. Mit den Stimmen von √ĖVP und FP√Ė wurde dann im Dezember 2001 im Nationalrat eine Neugewichtung beschlossen. In der neuen Sicherheits- und Verteidigungsdoktrin wird erstmals vom Grundsatz der Neutralit√§t abgewichen und diese in ¬ĽAllianzfreiheit¬ę umdefiniert, bei Beibehaltung der Option des NATO-Beitritts. - Seit 1. 1. 1999 ist √Ėsterreich Mitglied der Euro-Zone; zum 1. 1. 2002 wurde der Euro gesetzliches Zahlungsmittel.
 
 
Allgemeines:
 
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K. Gutkas: Die Babenberger in √Ė. (Sankt P√∂lten 21977);
 
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F. Heer: Der Kampf um die österr. Identität (ebd. 1981);
 
Die Quellen der Gesch. √Ė.s, hg. v. E. Z√∂llner (ebd. 1982);
 
√Ė. im internat. System. Zusammenfassung der Ergebnisse u. Ausblick, hg. v. H. Kramer (ebd. 1983);
 
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G. Wagner: √Ė., Zweite Rep. Zeitgesch. u. Bundesstaatstradition. Eine Dokumentation, 2 Bde. (Thaur 1983-87);
 
W. B. Simon: √Ė. 1918-1938. Ideologien u. Politik (Wien 1984);
 
E. Bruckm√ľller: Sozialgesch. √Ė.s (1985);
 
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F. Reichert: Landesherrschaft, Adel u. Vogtei (1985);
 
√Ė., November 1918. Die Entstehung der Ersten Rep., hg. v. I. Ackerl u. a. (1986);
 
G. Botz: Krisenzonen einer Demokratie. Gewalt, Streik u. Konfliktunterdr√ľckung in √Ė. seit 1918 (1987);
 
H. Wolfram: Die Geburt Mitteleuropas. Gesch. √Ė.s vor seiner Entstehung: 378-907 (1987);
 
Die bevormundete Nation. √Ė. u. die Alliierten 1945-1949, hg. v. G. Bischof u. a. (Innsbruck 1988);
 
E. J. G√∂rlich: Grundz√ľge der Gesch. der Habsburgermonarchie u. √Ė.s (31988);
 
NS-Herrschaft in √Ė. 1938-1945, hg. v. E. T√°los u. a. (Wien 1988);
 
N. Schausberger: Der Griff nach √Ė. (ebd. 31988);
 
E. Z√∂llner: Der √Ė.-Begriff. Formen u. Wandlungen in der Gesch. (1988);
 
E. Z√∂llner: Gesch. √Ė.s (Wien 81990);
 
F. R. Bridge: The Habsburg monarchy among the great powers 1815-1918 (New York 1990);
 
B√ľrgertum in der Habsburgermonarchie, hg. v. E. Bruckm√ľller u. a., 6 Bde. (Wien 1990-97);
 
√Ė., Dtl. u. die M√§chte. Internat. u. √∂sterr. Aspekte des ¬ĽAnschlusses¬ę vom M√§rz 1938, hg. v. G. Stourzh u. B. Zaar (ebd. 1990);
 
F. Weissensteiner: Der ungeliebte Staat. √Ė. zw. 1918 u. 1938 (ebd. 1990);
 
S. R. Williamson: Austria-Hungary and the origins of the First World War (Basingstoke 1991);
 
W. Brauneder u. F. Lachmayer: √Ėsterr. Verfassungsgesch. (Wien 61992);
 
Gesch. des Christentums in √Ė. u. S√ľdmitteleuropa, hg. v. P. F. Barton, auf mehrere Bde. ber. (ebd. 1992 ff.);
 
K. Lechner: Die Babenberger (ebd. 41992);
 
R. A. Kann: Gesch. des Habsburgerreiches 1526-1918 (a. d. Amerikan., Wien u. a. 31993);
 
R. Bauer: √Ė. Ein Jh. Gesch. im Herzen Europas (1994);
 
√Ėsterr. Gesch., hg. v. H. Wolfram, auf 10 Bde. ber. (Wien 1994 ff.);
 
60 Jahre österr. Konkordat, hg. v. H. Paarhammer u. a. (1994);
 
J. Bérenger: Die Gesch. des Habsburgerreiches 1273 bis 1918 (a. d. Frz., Wien u. a. 1995;
 
H. Hagspiel: Die Ostmark. √Ė. im Gro√üdt. Reich 1938 bis 1945 (Wien 1995);
 
E. Bruckm√ľller: Nation √Ė. (ebd. 21996);
 
√Ė. 1945-1995. Gesellschaft, Politik, Kultur, hg. v. R. Sieder u. a. (ebd. 21996);
 
√Ė. im 20. Jh., hg. v. R. Steininger u. M. Gehler, 2 Bde. (ebd. 1997);
 
Die Verf. der Rep.. .. 75 Jahre Bundesverfassung, hg. v. A. J. Noll (Wien u. a. 1997);
 
Wissenschaft als Kultur. √Ė.s Beitrag zur Moderne, hg. v. F. Stadler (ebd. 1997);
 
Alltagserfahrungen in der Gesch. √Ė.s, hg. v. E. Bruckm√ľller (Wien 1998);
 
G. Brook-Shepherd: √Ė. Eine tausendj√§hrige Gesch. (a. d. Engl., ebd. 1998);
 
√Ėsterr. Nationalgesch. nach 1945, hg. v. R. Kriechbaumer (auf mehrere Bde. ber., ebd. 1998 ff.);
 
Wendepunkte u. Kontinuitäten. Zäsuren der demokrat. Entwicklung in der österr. Gesch., hg. v. Heidrun Schulze (Innsbruck 1998);
 
C. Dickinger: √Ė. s Pr√§sidenten (Wien 2000);
 
O. H. Urban: Der lange Weg zur Gesch. Die Urgesch. √Ė.s (ebd. 2000).
 
Weitere Literatur: Alpen, Habsburger.
 

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√Ės|ter|reich; -s: Staat im s√ľdlichen Mitteleuropa.

Universal-Lexikon. 2012.

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